Folkpop von Darlingside: Seelenbalsam oder Zuckerschock

Berlin (dpa) 40 Minuten Folkpop-Seelenbalsam - was ließe sich dagegen einwenden? Vielleicht nur dies: Der Sound von Darlingside steht manchmal auf der Kippe zur musikalischen Süßholzraspelei. Aber schön ist er schon.

  • Darlingside

    Darlingside sorgen für Wohlklang. Foto: Gaelle Beri

Vier Stimmen - und was für welche: Don Mitchell, Auyon Mukharji, Harris Paseltiner und David Senft liefern mit ihren perfekten Gesängen unter dem lieblichen Bandnamen Darlingside Seelenbalsam für raue Zeiten.

«Extralife» (More Doug Records/Thirty Tigers) ist eine perfekte Wahl für Leute, die Simon & Garfunkel verehren, vor zehn Jahren mit den frühen Fleet Foxes ein Aha-Erlebnis hatten - und sich zuletzt von dieser US-Band mit ihrem hochkomplexen, schwierigen Comeback «Crack-Up» (2017) im Stich gelassen fühlten.

Darlingside aus Boston behelligen ihre Zuhörer nicht mit allzu großer Ambition wie zuletzt die flinken Füchse. Aber singen können die vier Jungs wie kaum jemand sonst, und das tun sie auf «Extralife» hemmungslos und nach Herzenslust.

Das 2009 gegründete US-Quartett ließ schon vor drei Jahren mit dem hübschen Retro-Folk-Album «Birds Say» aufhorchen. Nun legt es nach mit noch aufwendigeren Vokal-Arrangements und einer kristallklaren Produktion, die Akustikgitarren-Fans begeistern wird.

«Eschaton» bricht auf dem zuweilen etwas engen Wohlklang-Korsett mit dezenten Synthie-Effekten aus, «Old Friend» und «Lindisfarne» lassen den Barock-Pop der Sixties wieder aufleben. Bei «Orion» taucht eine feierliche Trompete auf, im abschließenden «Best Of The Best Of Times» gar eine E-Gitarre.

Vor allem aber sind da immer diese wunderschönen Gesangsharmonien - akustische Streicheleinheiten, die viele Neofolk-Fans rühren, manche aber auch mit einem Zuckerschock zurücklassen könnten.

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  • Erstellt:
    8. März 2018, 05:05 Uhr
    Aktualisiert:
    25. April 2018, 03:33 Uhr
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