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Willi Bols führt die Fleischerei in vierter Generation. Mutter Finchen Bols ist Inhaberin des Geschäftes.
Punkt halb eins kommt die erste „Schicht“ Schulkinder mit hungrigen Mägen zum Essen. Keine halbe Stunde zuvor hat Metzgermeister Willi Bols die heiße Fracht angeliefert. Frisch aus seiner Küche an der Bochumer Straße, fast in Sichtweite der Schule.
„Das ist unser großes Plus“, hebt der 48-jährige Metzgermeister, als Betriebsleiter bereits in vierter Generation im Familienunternehmen tätig, den kurzen Lieferweg hervor. Das Hackfleisch für die Klopse ist erst am selben Morgen in seiner Wurstküche hergestellt worden. Abgewogen und portioniert kommen die rohen Ballen in die Küche, werden von Chefköchin Aggi Oberüber in Form gebracht und gekocht.
Jede Menge Klopse, dazu einige aus reinem Rindfleisch für moslimische Kinder, werden gegart und mit der typischen hellen Soße in Edelstahlbehälter gefüllt. Derweil sind auch die Kartoffeln fertig, Köchin Marion Schorn hat die Zubereitung der Rohkost ebenfalls exakt terminiert. Ein frisch gekochter Vanillepudding rundet das Mahl ab, das schon kurz darauf in zwei nahe gelegenen Grundschulen und zwei Kindertagesstätten für wohl gefüllte Mägen sorgt.
"Kapern mag kein Kind"
„Frischer geht es nicht“, hebt Willi Bols seinen Service hervor, dessen Güte sich herumgesprochen hat. Nach dem Sommerferien wird ein weiterer Kindergarten von Bols beliefert. Und weil die Speisen kindgerecht angeboten werden, lässt Bols bei den Klopsen zum Beispiel die Kapern weg. „Kapern mag kein Kind“, weiß der dreifache Vater. Auch seine beiden Köchinnen sind Mütter, wissen, was dem Nachwuchs schmeckt.
So wird das Chili con Carne milder gewürzt, gibt es in den Linseneintopf eine extra Portion Wurst. Und wenn es mal wider Erwarten nicht reicht, dürfen die Schulen Alarm schlagen. Dann bringt Bols ruckzuck einen Nachschlag.
Aber nicht nur für Kindermägen wird gekocht, bei Bols hat der Mittagstisch bereits seit 25 Jahren Tradition. „Wir haben schon immer für unsere Gesellen gekocht“, erinnert sich Finchen Bols, Mutter des Metzgermeisters und Inhaberin des Geschäfts.
Vier Willis seit 1897
Als sie dann merkte, dass einigen Kunden die tägliche Zubereitung einer warmen Mahlzeit schwer fiel, bot sie erstmals den Service an. Kochte drei bis vier Portionen mehr. Dabei blieb es nicht lange, die Nachfrage stieg.
Anfangs gab es immer dienstags Sauerkraut, dann kam der Donnerstag mit einem warmen Mittagstisch hinzu und schließlich ein tägliches Angebot. „Da haben wir erst einmal den Laden umgebaut“, erklärt Willi, der vierte. Denn gegründet hat das Familienunternehmen im Jahr 1897 der Urgroßvater, und der hieß, wie Großvater und Vater auch, Willi.
Heute werden täglich mehr als 150 Mittagessen verkauft, und wer es nicht holen kann, bekommt es gebracht. Denn Bols unterhält auch einen „Essen auf Rädern“-Service und natürlich den Party-Service. Ob Party, Schule oder Stammkundschaft, Bols setzt stets auf Qualität und Frische. Und auf Abwechslung. Selbst vegetarisches Essen hat der Metzger im Angebot.