Dr. Almud Pollmeier ist glücklich, dass ihr Therapiezentrum für Aids-Kranke in Parys/Südafrika durch Dr. Josef Wennemann und seine Stiftung unterstützt wird.
Zehn Prozent von ihnen sind Kinder. Als der Halterner Dr. Josef Wennemann Dr. Almut Pollmeier beim Medikamentenhilfswerk Medeor kennen lernte und von aktuellen finanziellen Schwierigkeiten der Klinik hörte, machte er die Sorgen zum Anliegen seiner Stiftung.
Wie in Brasilien
Wie zuvor im brasilianischen Sinop soll nun auch in Parys, 100 Kilometer von Johannesburg entfernt, eine Kuhherde durch Zucht und Verkauf von Jungtieren die Existenz der Klinik auf Dauer sichern. Nach Monaten der Vorbereitung wurden im Januar die ersten 25 Kühe gekauft. Jimmy Botha, dessen mittelständisches Unternehmen Supermarktketten mit Gemüse beliefert, stellte eigens zwei Mitarbeiter ein.
Erfahrung in der Rinderzucht
Sie haben Erfahrung in der Rinderzucht und kümmern sich nun um die Herde, die wie in Brasilien auf 500 Kühe wachsen soll. „Das ist meine Chance, etwas für meine Leute zu tun“, begeistert sich Jimmy Botha für das Projekt. Er hat genügend freies Weideland, musste es allerdings für die Viehzucht vorbereiten. „Der erste große Schritt ist mit dem Kauf der 25 Tiere getan. Ich bin überzeugt, dass die langfristige Absicherung der Klinik gelingen wird“, freut sich Dr. Josef Wennemann. In Sinop begann er seinerzeit mit drei Kühen. Die Klinik von Almut Pollmeier kam in Bedrängnis, als die Südafrikanische Katholische Bischofskonferenz als Sponsor ausstieg.
Immerhin deckt mittlerweile das Gesundheitsministerium der Provinz Free State für zunächst drei Jahre zwei Drittel des Gesamtbudgets ab. Es bezahlt mit zusätzlicher Unterstützung von Medeor die Medikamente. „Aber es bleiben laufende Kosten“, beschreibt die 47-jährige Ärztin, die seit drei Jahren im Township von Parys lebt, die Notlage. Die große Hoffnung ist die Kuhherde. „Wir erwarten natürlich nicht sofort Profit.“ Aber es wächst Hoffnung. Die medizinische Sorge um 2020 Patienten trägt Früchte. Durch die dauerhafte Medikation kann der Virus auf ein fast nicht nachweisbares Level gehalten werden. Das Immunsystem wird nicht mehr angegriffen, die Betroffenen gewinnen Lebensqualität zurück.
Mittlerweile jedoch stößt die Klinik an ihre Kapazitätsgrenze. Aber es gibt einen Lichtblick: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bewilligte in Kooperation mit Medeor einen Neubau. Erster Spatenstich für das 750 Quadratmeter große Gebäude soll im März sein. „Angesichts dieses Vorhabens ist es umso wichtiger, an eine nachhaltige Finanzierung zu denken“, kommt Dr. Wennemann wieder auf die Bedeutung der Kuhherde zurück.
Not vor Ort ist groß
Die Not vor Ort ist groß. Parys liegt in einer ländlichen, unterversorgten Region, 50 Prozent der Menschen lebt unter der Armutsgrenze. Es gibt für 125 000 Einwohner nur ein lokales Krankenhaus mit 30 Betten. „Mehr als Akut-Medizin ist dort nicht möglich“, sagt Dr. Pollmeier. In ihrer Klinik werden die Patienten auch psychologisch betreut. „Das Leben mit dem HIV-Virus hat viele Menschen traumatisiert, zumal sie aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden.“ Im Juli kommt Dr. Almut Pollmeier wieder nach Haltern. Dann wird sie auf Einladung von Dr. Wennemann über ihre Arbeit in Afrika und das Gedeihen der Kuhherde berichten. „Die Hilfe aus Haltern macht uns alle sehr glücklich“, ist sie mindestens so enthusiastisch wie Farmer Botha.








