Verhandlungen laufen: AWO will das Bürgerhaus Süd übernehmen

von Frank Bergmannshoff am 15. August 2012 10:52

HERTEN-SÜD. Die Stadt muss sparen, die AWO Herten braucht unbedingt mehr Platz. Sollte der Sozialverband das Bürgerhaus Süd übernehmen, soll keine Gruppe von dort vertrieben werden. Zurzeit sitzen die beiden Seiten am Verhandlungstisch.

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Das Bürgerhaus Herten-Süd. Foto: Martin Pyplatz

Fast 100 Millionen Euro muss die Stadt in den kommenden Jahren einsparen. In dem Ende März vom Rat beschlossenen Sparpaket wurde daher die Aufgabe verschiedener Gebäude verankert, darunter das Bürgerhaus Süd.

Auf der anderen Seite platzt die Arbeiterwohlfahrt, die in ihrem Domizil an der Clemensstraße – direkt neben dem Bürgerhaus – aus allen Nähten platzt. Der bundesweit größte AWO-Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen entstand 2008 durch Fusionen. Der Hauptsitz ist in Herten-Süd, die Geschäfte führt Uwe Hildebrandt. „Wir haben 2 000 Mitarbeiter; zu uns gehören allein 70 Kindertagesstätten".

Dazu kommt nun noch, dass in Dorsten gerade die AWO das Gemeinschaftshaus Wulfen von der Stadt übernommen und zu neuer Blüte gebracht hat.
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) würde nun ebenfalls gern das Bürgerhaus Süd von der Stadt übernehmen. Für alle Beteiligten – auch für die Menschen in Herten-Süd – könnte dies ein Glücksfall sein. Denn die AWO würde die Stadt finanziell entlasten, das Gebäude aber als öffentlichen Treffpunkt und Veranstaltungsort fortführen.

Uwe Hildebrandt hat die Vision, die AWO-Aktivitäten in Herten-Süd zu stärken und auszubauen. Der AWO-Kindergarten „Regenbogen" würde demnach in einer Baulücke an der Ewaldstraße (neben dem brach liegenden Baugebiet Schneeberger Straße) ein neues Gebäude bekommen. In die dadurch frei werdenden Räume im Erdgeschoss an der Clemensstraße könnte sich die AWO-Verwaltung ausdehnen.
Doch ein wichtiges Puzzle-Teil in diesem Gedankenspiel ist das Bürgerhaus Süd. Uwe Hildebrandt schwebt vor, das 26 Jahre alte Gebäude zum Beispiel für Fortbildungen zu nutzen, für die es bisher oft keine Kapazitäten mehr gibt.

Bisher laufen jedoch nur Gespräche, betonen AWO und Stadt Herten. Noch gibt es keine Vereinbarungen, keine Verträge. Uwe Hildebrandt betont: „Wir würden uns freuen, wenn für nächstes Jahr eine Übernahme spruchreif würde. Aber von uns aus könnte das auch gerne früher passieren."

Mehr Klärungsbedarf gibt es bei der Stadt Herten. Denn derzeit sind noch städtische Einrichtungen wie die Creativ-Werkstatt/Jugendkunstschule im Bürgerhaus untergebracht. Auch (Kultur-) Veranstaltungen vom Flohmarkt bis zur Disco finden dort statt. Zwar betont die AWO, niemanden aus dem Bürgerhaus vertreiben zu wollen.
Doch je mehr städtische Aktivitäten im Bürgerhaus bleiben, desto geringer wird die Miete für die AWO ausfallen. Daher prüft die Stadtverwaltung derzeit, in welchem anderen städtischen Gebäude insbesondere die Creativ-Werkstatt langfristig fortgeführt werden könnte.

In Wulfen hat die AWO dem Gemeinschaftshaus neues Leben eingehaucht: AWO-Gruppen treffen sich dort; aber auch der Knappschaftsälteste, eine Hunde-Trainingsgruppe und die Caritas nutzen es. Ein solches Modell schwebt Uwe Hildebrandt auch in Herten vor. Die Stadt, so schätzt er, würde pro Jahr einen fünfstelligen Betrag sparen.

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