Das Bild der Überwachungskamera.
Die 19-Jährige war mit dem Zug nach Gelsenkirchen gefahren. In der Fußgängerzone sollen sich der Schülerin auf einmal drei junge Männer in den Weg gestellt, sie beschimpft, bedroht und verfolgt haben. In einem Bekleidungsgeschäft soll es dann zu einer hässlichen Szene gekommen sein: Einer der Jugendlichen soll der jungen Frau die Mütze vom Kopf geschlagen und sie als „Missgeburt“ beleidigt haben.
Wie berichtet war dieselbe Schülerin am 7. Juni am Busbahnhof RE von Schlägern angriffen und durch Tritte ins Gesicht schwer verletzt worden. Die damals 18-Jährige erlitt einen Augenhöhlenbruch, verlor mehrere Zähne, konnte wochenlang nicht normal essen und trinken, leidet bis heute unter Angstzuständen. Die zwei Täter aus Herten wurden Ende August zu jeweils vier Wochen Dauerarrest verurteilt.
Die junge Frau ist felsenfest davon überzeugt: Das neue Bedrohungsszenario in Gelsenkirchen war kein Zufall, sondern eine geplante Einschüchterungsaktion aus dem Umfeld der Bahnhofsschläger. Dafür hat die 19-Jährige einen konkreten Anhaltspunkt: Sie hat im Internet einen der Gelsenkirchener Täter auf der Freundesliste („Facebook“) eines der Bahnhofsschläger identifiziert.
Hat das Gewalt-Duo jetzt etwa dubiose Freunde vorgeschickt, um das Mädchen nach ihrer 20 000-Euro-Schadenersatzklage (die HA berichtete) einzuschüchtern? Oder war die Aktion Vergeltung für die inzwischen vollzogene Strafe? Beide Hertener sitzen aktuell ihre vierwöchigen Arreststrafen ab.
Fest steht: Die Schülerin aus Oer-Erkenschwick hat erneut Strafanzeige erstattet. „Einzuknicken wäre jetzt das völlig falsche Signal“, sagt ihr Anwalt Hans Reinhardt. Die Hoffnung, dass auch die Gelsenkirchener Täter in Kürze identifiziert werden können, ist groß. Denn: Eine Überwachungskamera hat das Trio beim Betreten des Geschäfts auf Schritt und Tritt gefilmt. Der mutmaßliche Haupttäter ist deutlich zu erkennen.








