Fahrer bestreitet Drohungen: Farbiges Mädchen bestätigt Schikane im Bus

Von Carola Wagner am 30. Januar 2012 20:08

DISTELN. Die Mutter des farbigen Mädchens, das letzten Donnerstag laut Zeugenaussagen von einem Busfahrer der Vestischen übel beschimpft und aus dem Bus geworfen wurde, bestätigt den Vorfall. Er habe sich nach Schilderungen des völlig verängstigten Kindes genau so zugetragen, und sie sähe keinen Grund, am Bericht ihrer Tochter zu zweifeln.

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„Warum ausgerechnet ich?“ Diese Frage stellt sich die Zehnjährige wieder und wieder. „Wenn ich dich das nächste Mal sehe, fahre ich dich platt.“ Das habe der Fahrer zu dem Kind gesagt, es zuvor fast angefahren. Oberstufenschülerin Vanessa Orth und ihr Freund Khalil Kassabtou wurden Zeugen des Vorfalls im Bus, der am späten Nachmittag von der Rosa-Parks-Schule Richtung Stadtmitte fuhr. Auch zwei andere Kinder mit ausländischen Wurzeln soll er schikaniert und aus dem Bus gezerrt haben ... Details, die sowohl das aus Afrika stammende Mädchen als auch dessen Mutter bestätigen.
Völlig aufgelöst rief das Kind schließlich in Westerholt, wo die Familie lebt, an. Die Mutter holte die Kleine ab. „Sie war sehr verängstigt und hatte große Panik vor der nächsten Busfahrt.“
Die Vestische hat indessen besagten Busfahrer ausfindig gemacht und befragt. Reimund Kreutzberg, Sprecher der Vestischen, umreißt die Version des Fahrers: „Das farbige Mädchen sei ihm vor den Bus gelaufen, und nur durch eine Vollbremsung habe er schlimmeres verhindert. Er beteuert, keins der Kinder angefasst oder gar am Arm aus dem Bus gezerrt zu haben. Er habe mit dem dunkelhäutigen Mädchen über den Vorfall reden wollen, jedoch nie etwas von Plattfahren gesagt.“
Für die Vestische sagt Reimund Kreutzberg: „Der Mitarbeiter hat auf jeden Fall überreagiert. Er hätte die Kinder auf keinen Fall aus dem Bus weisen dürfen, da sie unter 14 Jahre alt sind und besonderen Schutz genießen.“ Zum Rassismus-Vorwurf sagt der Sprecher: „Den weisen wir als Unternehmen entschieden von uns. Unter unseren rund tausend Mitarbeitern sind zwölf Nationen vertreten. Und eine dreistellige Zahl hat einen Migrationshintergrund. Wir können uns nur für den Vorfall entschuldigen.“ Welche Konsequenzen der Fahrer zu tragen habe, werde nun vom Vorgesetzten und der Personalabteilung geprüft.

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