So sah Marl vor dem Zweiten Weltkrieg aus.
Das Erstaunliche: Der Großteil des heutigen Straßennetzes ist 1937 schon vorhanden. Mit dem Beginn des Bergbaus in Marl um die Jahrhundertwende haben sich um die Doppelschachtanlagen der Zeche Brassert und der Auguste Victoria in Hüls (Foto) in rasantem Tempo Siedlungsschwerpunkte entwickelt, die miteinander verbunden werden mussten.
Ansonsten besteht das Stadtgebiet Marls aus Feldern, Wiesen und Wald und bunt zusammengewürfelten Einzelhäusern und Gehöften. An der Halterner Straße steht mitten in der Haard seit 1928 das Haardheim, damals eine Heilstätte für Knochen- und Gelenktuberkulose.
In Alt-Marl gibt es schon den Volkspark, einen Sportplatz und die Badeanstalt. Badeanstalten waren offenbar vor dem zweiten Weltkrieg ein Beleg für den „Erholungswert“ einer Gemeinde. Auf der Karte von 1937 gab es in Marl weitere Badeanstalten an der Loemühle, am Sinsener Silvertbach und eine „Flussbadeanstalt“ zwischen Lippe und Kanal in der Nähe des AV-Hafens.
Wie aus dem Plan ersichtlich gibt es in der jungen Stadt Marl zudem Tennis- und Sportplätze, katholische Kirchen und Friedhöfe, ein Amtshaus, ein Postamt, ein Elektrizitätswerk, einige Schulgebäude und natürlich auch schon Feuerwehrhäuser.
Die heutige Bergstraße zwischen Alt-Marl und Hüls heißt 1937 Adolf-Hitler-Straße. Nach einem Mitbegründer der NSDAP, Dietrich Eckart, der als Ideengeber Hitlers gilt, ist eine Straße benannt, deren Linienführung der heutigen Rappaportstraße entspricht. Die Bonifatiusstraße heißt Straße der SA. Die heutige Kaspar-Grove-Straße trägt den Namen Wilhelm Gustloff.








