Stadt weist Vorwürfe zurück: Feuerwehr stellt fünf neue Brandmeister ein

Von Heinz-Peter Mohr am 29. August 2012 10:03

MARL. Ist die Personalnot bei der Marler Feuerwehr drastischer als bisher bekannt? Nach unserem Bericht am Montag kritisieren Feuerwehrmänner aus anderen Städten, dass die Marler Wache in letzter Zeit mehrfach knapp besetzt gewesen sei und auf freiwillige Kräfte zurückgegriffen habe. Die Stadtverwaltung bestreitet das.

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In Online-Kommentaren wird die Stadt scharf angegriffen. Nutzer werfen ihr „fehlgeleitete Politik und Personalplanung“ vor, die öffentliche Sicherheit werde „kaputt“ gefahren. Stadtsprecher Rainer Kohl hat sich bei Stadtbrandmeister Peter Blomtrath erkundigt und weist diese Vorwürfe zurück.

Er bestätigt allerdings die Informationen aus dem MZ-Bericht: Am Samstagabend wurden Einsatzkräfte in den Nachbarstädten in Bereitschaft versetzt, damit sie in Marl notfalls aushelfen konnten. Sechs Marler Wehrleute hatten sich nämlich krank gemeldet. „Das war ein einmaliger, nicht absehbarer Ausnahmefall“, teilt Rainer Kohl mit.

Weil auch noch zwei Wehrleute in Urlaub waren, habe die Feuerwehr die Mannschaft der Hauptwache mit Freiwilligen aufgestockt. So habe sie die volle Stärke mit neun Kräften gewährleisten können. Darüber hinaus seien Rettungswagen und Notarzt selbstverständlich wie immer besetzt gewesen.

Keine Erklärung für Krankmeldungen

Trotzdem sei der Kreisbrandmeister auf Nummer sicher gegangen und habe auch die Feuerwehren der Nachbarstädte am Samstagabend in Bereitschaft versetzt. „Das war aber eine rein vorbeugende Maßnahme“, betont der Stadtsprecher. „Der Fall, dass uns die Wehren der Nachbarstädte Hilfe leisten mussten, ist nicht eingetreten. Der Brandschutz und die Sicherheit der Bevölkerung waren immer gewährleistet.“

Dafür, weshalb sich gleich sechs Feuerwehrkräfte auf einmal krank gemeldet hatten, habe er keine Erklärung, sagt Rainer Kohl: „Da kann ich nur spekulieren.“ Vorübergehend gleiche die Feuerwehr die Personalknappheit durch eine Umorganisation der Schichten aus: Schulungen und Verwaltungsarbeiten müssten warten. Am kommenden Wochenende sei nicht mehr mit einem Engpass zu rechnen: „Da sollte die Wache gut besetzt sein, die Urlauber kommen zurück.“ 

Beförderungen ab Oktober?

Der Stadtsprecher bestätigt auch Informationen der MZ, wonach sich in diesem Jahr vier qualifizierte Bedienstete wegbeworben und die Marler Feuerwehr verlassen haben. Aus Frust über den Beförderungsstopp? Rainer Kohl schließt das nicht aus. Die Stadt kann ihre Bediensteten erst wieder befördern, wenn der Haushalt genehmigt ist. „Zwischen 40 und 50 Mitarbeiter der gesamten Verwaltung warten auf Beförderung, nicht nur Feuerwehrleute“, ergänzt Rainer Kohl. Er gehe davon aus, dass der Haushalt Ende September genehmigt werde und der Dienst „dann wieder so attraktiv sein wird wie vorher“.

Die Verwaltung werde im September einen neuen Brandmeister einstellen, ab November verstärken zwei weitere Brandmeister die Feuerwehr. Außerdem seien noch zwei Stellen ausgeschrieben.

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