Für die erfahrenen Beamten ist der Fall Dortmunder Straße nur eines von vielen Symptomen. Wie die RZ bereits am Dienstag berichtete, entwickelte sich aus einem Routine-Einsatz wegen einer Ruhestörung gegen Mitternacht eine handfeste Auseinandersetzung. Türkischstämmige Anwohner der Dortmunder Straße hatten wegen Lärmbelästigungen durch Jugendliche mit Migrationshintergrund die Polizei gerufen. Die Mutter eines 17-Jährigen schaltete sich in den schon länger gärenden Nachbarschaftskonflikt ein – Schlichtungsversuche von Polizisten und Platzverweise machten keinen Eindruck, die Beamten wurden von der 37-Jährigen und Jugendlichen attackiert. „Kung-Fu-Tritte“ mussten abgewehrt werden, die Beamten setzten sich mit Reizgas zur Wehr. Die Frau wurde ebenso wie ihr 17-jähriger Sohn und ein 19-Jähriger festgenommen, im Streifenwagen und auf der Wache wurde weiter randaliert. An der Dortmunder Straße bildete sich binnen kurzer Zeit eine Gruppe von etwa 15 Personen, die die Situation verbal befeuerte, eine Drohkulisse aufbaute. Ein Teil folgte der Polizei bis zum Präsidium, sorgte dort für Tumulte. Die Wache stand zwischenzeitlich vor der Räumung.
Gegen die drei Festgenommenen wurde Anzeige wegen Widerstandes erstattet. Seit gestern liegen Anzeigen gegen die Polizei vor. „Mittlerweile normal“, sagt ein Beamter, „egal, was wir machen. Ist ja nachts schon angekündigt worden.“








