Hollywood-Ikone Sidney Poitier wird 85

New York (dpa) Es gibt wenige Jobs, die Sidney Poitier nicht irgendwann in seinem Leben ausgefüllt hat. Die Armut seiner Familie trieb ihn mit 13 aus der Schule.

« »
1 von 7
  • Sidney Poitier

    Sidney Poitier wird 85. Foto: Hubert Boesl

  • Sidney Poitier

    US-Präsident Barack Obama umarmt Sidney Poitier, nachdem dieser mit der Freiheitsmedaille geehrt wurde (12.08.2009). Foto: Matthew Cavanaugh

  • Sidney Poitier

    Sidney Poitier mit seinem Oscar und Kollegin Anne Bancroft. Foto: Walter Fischer

  • Sidney Poitier

    Sidney Poitier mit seiner Tochter Sydney Poitier. Foto: Nina Prommer

  • Sidney Poitier

    Sidney Poitier tanzt auf einem Empfang während der Filmfestspiele in Berlin Anfang Juli 1964 mit Marianne Koch. Foto: dpa

  • Sidney Poitier

    Sidney Poitier ist seit 1976 mit Joanna Shimkus verheiratet. Foto: Daniel Deme

  • Sidney Poitier

    Sidney Poitier wird 85. Foto: Paul Buck

In Miami schlug sich Poitier als Straßenverkäufer und Parkwächter durch, schuftete auf dem Bau und als Packer im Hafen. In New York überlebte er als Tellerwäscher, bevor er die erste Rolle beim Theater ergatterte. In Hollywood überzeugte der blendend aussehende Schwarze als Schauspieler und Regisseur. Heute ist er als Diplomat der Bahamas tätig. An diesem Montag (20. Februar) feiert er seinen 85. Geburtstag.

Die «International Herald Tribune» schrieb einmal, dass Sidney Poitier gesellschaftliche Barrieren wie ein Hürdenläufer überwunden habe. Er war der erste US-Amerikaner mit dunkler Hautfarbe, der einen Oscar bekam und der zeitweise mehr Geld verdiente als alle anderen Stars. Sein Vorbild half, Rassenschranken zu überwinden und festgefahrene Strukturen aufzuweichen.

Zu Poitiers Erfolgen zählt auch, dass er als erster Schwarzer in einem Hollywood-Film eine Weiße küssen durfte. Zwar wurde die Szene 1967 noch verschämt durch den Rückspiegel eines Taxis gedreht, aber sie gehört in die Reihe jener Durchbrüche, für die Bürgerrechtler ihn feierten und für die manche Aktivisten der afro-amerikanischen Bewegung ihn lange als angepassten «weißen Schwarzen» schmähten.

Er ist der Star von Filmen wie «In der Hitze der Nacht», «Porgy and Bess», «Flucht in Ketten» und «Der Schakal». Den Oscar bekam er 1963 für die Darstellung eines schwarzen Arbeiters auf der Farm weißer Nonnen: In Ralph Nelsons «Lilien auf dem Felde».

Die Rassendiskriminierung war auch in anderen bekannten Poitier-Filmen das zentrale Thema. In «Rat mal, wer zum Essen kommt», dem Film mit der schwarz-weißen Kuss-Szene, wird Poitier dem betuchten Elternpaar Katharine Hepburn und Spencer Tracy als künftiger Schwiegersohn präsentiert. Im Krimi «In der Hitze der Nacht» (ebenfalls 1967) musste sich Poitier als Kriminalexperte aus dem Norden gegen einen rassistischen Südstaaten-Sheriff (Rod Steiger) durchsetzen.

Da war er schon so populär, dass sich die Rollenangebote überschlugen. 1969 galt Poitier als höchstbezahlter Filmschauspieler der Welt. Auch als Regisseur blieb ihm der Erfolg treu. 2002 verlieh ihm Hollywood einen Ehren-Oscar «für seine herausragenden Leistungen, seine einzigartige Erscheinung auf der Leinwand sowie für die Würde, seinen Stil und seine Intelligenz als Repräsentant der (Film-) Industrie».

Sidney Poitier wuchs auf der paradiesischen Cat Island der Bahamas auf. Sein Vater war Tomatenpflücker und konnte die acht Kinder nur mühsam ernähren. Sidney war der jüngste und verdankt sein Leben einer Wahrsagerin, wie er in der Autobiografie «The Measure of a Man» erzählt.

Er kam bei einer Bootsfahrt zwischen den Bahamas und Florida zur Welt, viel zu früh und viel zu schwach. Der Vater, der schon mehrere Kinder zu Grabe getragen hatte, besorgte einen Schuhkarton für das Begräbnis des Jungen. Doch die Mutter zog eine Wahrsagerin zu Rate und erfuhr, dass ihr Sohn einmal «in fast alle Winde der Erde ziehen und neben Königen einhergehen» werde. Die Prophezeiung habe ihr die Kraft gegeben, den schwachen Jungen trotz widrigster Umstände hochzupäppeln.

KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

Email

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Einwilligungserklärung:
Als Nutzer dieses Angebots des Verlages J. Bauer KG, wünsche ich auch Informationen zu Abonnementangeboten dieser Zeitung oder anderer Tageszeitungen des Verlages J. Bauer KG. Mit einer Kontaktaufnahme telefonisch oder per Email (8.00 Uhr – 20.00 Uhr) seitens des Verlages bin ich für zwei Jahre – auch zur Verlängerung der Laufzeit der Einwilligung – einverstanden. Mit der Erhebung, Speicherung und Verarbeitung meiner Daten im Sinne der §§4a/28 BDSG bin ich einverstanden.
ja nein      

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 : 2?   



AUTOR
Gisela Ostwald, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    19. Februar 2012, 13:03 Uhr
    Aktualisiert:
    19. Februar 2012, 13:04 Uhr
THEMEN