Witziger Bildschnitt: der in New York lebende Koreaner Tim Lee in einer Pose des berühmten amerikanischen Choreografen und Tänzers Merce Cunningham. Foto: Tim Lee
Unter diesem doppeldeutigen Titel, der nicht nur technischen Fortschritt meint, sondern auch auf den Kunst-Wert anspielt, wirft das NRW-Forum in Düsseldorf einen Blick auf die Zukunft der Fotografie. Sieben Kenner, die es wissen müssen“ - unter ihnen die Star-Fotografen Andreas Gursky und F. C. Gundlach – hat Direktor Werner Lippert um eine Auswahl von Fotografen gebeten, die in den kommenden Jahren den Ton angeben werden.
Die mit 250 Arbeiten vertretenen 41 Auserwählten repräsentieren durch die Bank einen westlichen Blick. Am stärksten vertreten ist die Generation der 30-Jährigen. Das traditionsbefrachtete Spiel mit Licht und Schatten hat unter ihnen ausgedient. Selbst wenn die Berlinerin Kathrin Sonntag auf der Sachlichkeit des großen Vorbildes Alfred Renger-Patzsch beharrt, spielt sie in irritierender Manier mit Worten und Motiven. Auf Irritation durch Verfremdung zielen die jüngeren Fotografen, wenn sie die schier unendlichen Möglichkeiten der digitalen Revolution im globalen Datenkosmos ausschöpfen. Besonders gewitzt nutzt das der 28-jährige Düsseldorfer Alex Grein, wenn er in seiner Serie „Terra“ aus Google-Earth-Fragmenten Felslandschaften konstruiert und Caspar David Friedrichs „Gescheiterter Hoffnung“ huldigt. Winzige Störfaktoren genügen Andreas Mühe, dem Sohn des Schauspielers Ulrich Mühe, um die gefährliche Obersalzberg-Aura zu unterlaufen. In seiner Serie „Pissing Nazis“ platziert er pinkelnde SS- und SA-Darsteller als winzige Figuren vor der gewaltigen Bergkulisse.
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@ www.nrw-forum.de
Info Die Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum, Ehrenhof 2, wird heute um 19.30 Uhr eröffnet. Zu sehen ist sie bis zum 6. Mai dienstags bis sonntags von 11 bis 20 Uhr, freitags bis 24 Uhr.
