Der 47 Jahre alte Krzysztof Jeszke war aus der JVA Bochum geflohen. Foto: Polizei Bochum
- Der Mann ist 188 cm groß, kräftig, hat kurze Haare, eine Stirnglatze, trägt eine Brille und war mit einer schwarzen Jogginghose, schwarzen Turnschuhen sowie einem grünen Trikot in Übergröße bekleidet.
- Konkrete Anhaltspunkte zum Aufenthalt des entwichenen Mannes gibt es bislang nicht.
- Die Bochumer Polizei bittet unter der Rufnummer 0234/909-4441 dringend um Hinweise.
Die Flucht aus der JVA Bochum muss für ihn einfach gewesen sein. Der Gefangene hatte ein schlecht eingebautes Oberlicht zur Flucht genutzt. Wie Polizei und Justizvollzugsanstalt (JVA) am Sonntagnachmittag bestätigten, war der 47-Jährige am Sonntagmorgen gegen neun Uhr entkommen, als er die Räume der Besucherkontrolle reinigen sollte. Nach Angaben der JVA gibt es dort zwar ein Fenster aus Panzerglas - das sei aber mangelhaft eingebaut gewesen.
«Dieses Oberlicht hat er herausgehebelt und sorgsam beiseite gestellt», sagte der Leiter der Anstalt, Friedhelm von Meißner. «Sie müssen sich vorstellen, dass dieses Fenster zwar aus Sicherheitsglas ist, aber nur durch vier Aluminiumleisten gehalten. Das ist schlicht und ergreifend Baupfusch.» Den machte sich der 47-jährige Gefangene zu Nutzen, entfernte die Leisten und entkam mit Turnschuhen, Jogginghose und Trikot bekleidet über das Dach der Pforte ins Freie. Fliehen konnte er auch, weil die JVA-Beamten die Putzkolonne der Gefangenen an dieser Stelle nur von der Pforte aus überwachen. Der Gebäudeteil sei aber recht verwinkelt und nicht alle Stellen seien einsehbar, räumte von Meißner ein.
Suche bislang ohne Erfolg
Die Suche nach dem Mann, bei der unter anderem auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, verlief bisher ohne Erfolg. Der Verurteilte ist auch nicht zum ersten Mal auf der Flucht. Vor einigen Jahren war er laut JVA-Leiter von Meißner bereits aus seinem Heimatland geflohen und in Deutschland untergetaucht, weil ihn in Polen ebenfalls eine Haftstrafe erwartete. Im kommenden Monat hätte er eigentlich entlassen und dorthin ausgeliefert werden sollen, um seine Strafe in Polen abzusitzen.
Mitte Januar hatte die Bochumer JVA bereits schon einmal für Schlagzeilen gesorgt, weil dort ein gefährlicher Schwerverbrecher einen Ausbruchsversuch unternommen hatte.
Gitterstäbe durchgesägt
Er hatte über Nacht die Gitterstäbe seiner Zelle durchgesägt, war jedoch nicht aus dem Gefängnis hinausgekommen. Stattdessen hatte er es nur bis auf den Dachboden geschafft, wo ihn die Beamten noch am selben Tag wieder festnehmen konnten. «Nach diesem letzten Ausbruchsversuch haben wir schon damit angefangen, unser Gebäude und die Abläufe ständig zu überprüfen», versicherte der JVA-Leiter


