Skateboard-Pionier: Titus Dittmann schreibt an seinen Memoiren

Von Sabrina Becker am 03. Februar 2012 20:02

MÜNSTER. Es ist das Da-Vinci-Problem, das Titus Dittmann lösen will. Deshalb schreibt er an seinen Memoiren. So wie der Maler, der eigentlich ein besserer Ingenieur war, hat Dittmann es satt, bloß als Skateboarder bekannt zu sein. Die Autobiographie des 63-Jährigen soll im Herbst erscheinen.

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Hat viel zu erzählen: Skateboardpionier Titus Dittmann schreibt gerade an seinen Memoiren.

„Mein Problem ist natürlich deutlich kleiner als das von Leonardo da Vinci, aber ich bin ein variabler, vielseitiger Mensch, der mehr Kompetenzen in anderen Bereichen hat“, sagt Dittmann.

Das soll das Buch zeigen, aber dennoch mit dem Titel „Brett für die Welt“ nicht auf das Skateboard als Dittmanns wichtigstes Marketinginstrument verzichten. „So hole ich mir hoffentlich die Leser, die dann erkennen, dass mein Leben viel mehr geprägt hat“, sagt Dittmann.

Biografie kommt für Dittmann viel zu spät

Im Alter von 63 Jahren käme seine Autobiographie nicht zu früh, sondern eigentlich viel zu spät. „Ich könnte mit dem, was ich bisher erlebt habe, mindestens drei Bücher füllen.“ Doch der Quadria-Verlag, ein Tochterunternehmen von Bastei-Lübbe, der sein Buch herausgibt, hat ihn auf knapp 250 Seiten beschränkt. Damit dort wirklich nur die interessantesten Episoden stehen, hat Dittmann sich die Hilfe eines Co-Autors geholt. Der Hamburger Michael Mathiass kann unter anderem fünf Jahre als Texter in der renommierten Werbeagentur Jung von Matt/Elbe vorweisen.

Professioneller Fremder

Allein mit ihn und einem Aufnahmegerät hat Dittmann schon so manchen Tag verbracht. „Er ist mein professioneller Fremder“, sagt Dittmann. Mathiass bremse ihn bei Dingen, die für ihn für unglaublich wichtig, den Rest der Welt aber eher uninteressant seien, und frage nach, wenn er Dinge wie selbstverständlich erzähle, obwohl sie es für Fremde nicht sind.

Daneben schreibt Dittmann auch selbst und korrigiert die Seiten, die Mathiass ihm liefert. „Ich bin da mit gelben und roten Stiften unterwegs. Etwa die Hälfte muss noch einmal geändert werden“, sagt der 63-Jährige.

"Ich hab’ immer das letzte Wort"

Das Buch solle zu 100 Prozent authentisch sein. „Das wird nichts drin stehen, was ich nicht genau so sagen würde. Ich hab’ immer das letzte Wort.“

Innerhalb eines chronologischen Rahmens sollen die Leser in „Brett für die Welt“ die Dinge wiederfinden, die typisch für Dittmann sind. „Ich war schon immer gut drin, Titus Dittmann von außen zu betrachten, aber ich habe trotzdem noch viel Neues über mich gelernt“, sagt Dittmann.

80 Seiten sind erst fertig

Seit mehr als einem Jahr arbeitet er an der Autobiographie. Sie soll pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Herbst erscheinen.

Eigentlich hätte Dittmann damit am Mittwoch fertig sein sollen. Doch bisher gibt es lediglich rund 80 Seiten in einer fertigen Fassung und 80 Seiten in Rohform.

Dittmann schreibt jede freie Minute

Vier Wochen Aufschub hat Dittmann jetzt vom Verlag bekommen. Aber auch das wird eng. „In der übernächsten Woche fliege ich erstmal für unser Hilfsprojekt Skate-Aid nach Uganda“, sagt er. Aber nicht nur deshalb schreibe er in jeder freien Minute auf seinem Laptop – im Zug, in den Kaffeepausen bei Besprechung und auch mal die Nächte durch. „Ich bin ein extremer Workaholic. Mir macht das Schreiben zudem riesigen Spaß, es ist fast wie eine Sucht.“

Die Autobiographie soll nicht sein letztes Buch sein. „Ich will weiter schreiben. Dann aber mit einer längeren Abgabefrist.“

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