Der BVB und der DFB-Pokal - eine Beziehung voller Schwankungen

Es ist ein Gesetz, welches im Fußball seit langem uneingeschränkte Gültigkeit besitzt: Der Ball ist rund und der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Damit soll vor allem ausgedrückt werden, dass im DFB-Pokal immer wieder Überraschungen möglich sind. Mannschaften aus der zweiten, dritten oder gar vierten Liga können für Schlagzeilen sorgen, wenn sie einen höherklassigen Gegner aus dem Rennen werfen. Und auch für Borussia Dortmund kann das Kapitel DFB-Pokal als ausgesprochen wechselvolle Geschichte gelten.

  • Der BVB ist in den letzten Jahren sehr erfolgreich im DFB-Pokal gewesen. Doch wie sieht es dieses Jahr aus? Bildquelle: © jarmoluk (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Ganz den Gesetzen des DFB-Pokals entsprechend war auch die Dortmunder Borussia in diesem Wettbewerb immer wieder für Überraschungen gut. Ein Blick in die Historie zeigt, dass der BVB bei weitem nicht immer glänzen konnte. Der letzte blamable Auftritt ist dabei gerade einmal sechs Jahre her, als die Mannschaft gegen den damaligen Drittligisten Kickers Offenbach bereits in der zweiten Runde die Segel streichen musste. Das direkte Gegenteil erlebten die Fans des Vereins aus dem Ruhrgebiet dann im Folgejahr, als man das Finale erreichte und dort dann sogar die Bayern mit einem überzeugenden 5:2 schlagen konnte. Diese beiden Jahre können als symptomatisch für die gesamte Pokalgeschichte des BVB gelten, wie in den folgenden Abschnitten gezeigt wird.
 

Was ist dieses Jahr in der Liga zu erwarten?

Während es im DFB-Pokal stets auf das nötige Quäntchen Glück ankommt, haben in der Bundesliga nur Mannschaften, die konstant hohe Leistungen abliefern, eine Chance auf eine bessere Platzierung oder sogar die Meisterschaft. Hier zeigt sich deutlicher, dass der BVB mittlerweile zu den deutschen Spitzenteams gezählt werden kann, die auch das Zeug dazu haben, um die Meisterschaft mitzuspielen. Und auch international sorgte Dortmund mit guten Platzierungen für Aufmerksamkeit. Und auch in dieser Saison wird dem BVB einiges zugetraut. Zwar bleiben die Bayern als Titelverteidiger das Maß aller Dinge und sind als Favorit für den Meistertitel gesetzt. Doch mit Thomas Tuchel ist ein würdiger Nachfolger für Jürgen Klopp gefunden, der die Borussia zu einem echten Spitzenteam formte. Experten sehen den BVB zumindest als den wichtigsten Bayern-Verfolger. Ob es am Ende aber tatsächlich zur Meisterschaft reicht, ist genauso ungewiss wie der Titel im DFB Pokal.

Geht man nach den Wettprognosen, so hat der BVB mit dem Abstieg natürlich nichts zu tun, genauso wie die anderen Bundesligavereine aus dem Ruhrgebiet. Favorit auf die Meisterschaft ist natürlich der FC Bayern München, gefolgt vom BVB.
 

Die Pokalgeschichte des BVB ist reich an Überraschungen – positiv wie negativ

Auch wenn sich der BVB in den letzten Jahren meistens gut im DFB-Pokal geschlagen hat, muss die Bilanz seit Gründung der Bundesliga als eher wechselhaft bezeichnet werden. Doch zunächst zur jüngeren Vergangenheit, in der die Mannschaft im DFB-Pokal kaum Schwächen zeigte. Seit der Saison 07/08 erreichte Dortmund bis auf eine Ausnahme (Offenbach!) kontinuierlich das Finale und wurde dabei auch einmal DFB-Pokalsieger. Gegner war dabei fast immer der FC Bayern München, an dem für den BVB auch in der Bundesliga kaum ein Vorbeikommen ist. Doch auch als in der Saison 14/15 der FC Bayern bereits vor dem Finale ausgeschieden war und der BVB im Finale stand, hielt am Ende ein anderer Verein den Pokal in den Händen. Der VfL Wolfsburg besiegte Dortmund in Berlin mit 1:3. Dabei gab es auch deutlich schlechtere Zeiten des BVB im Pokal. Nicht selten stolperte man bereits in der ersten Runde über unterklassige Gegner. Besonders negativ wird vielen Fans die Saison 01/02 in Erinnerung geblieben sein. In der ersten Runde war auch hier gegen den VfL Wolfsburg Endstation. Besonders peinlich war dabei, dass es sich um die zweite Mannschaft handelte. Besonders bitter war auch das Ausscheiden im Jahre 2000, da der Gegner damals FC Schalke 04 hieß, bis heute der Erzrivale des BVB. In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Ergebnisse im DFB-Pokal zusammengestellt.

Abschneiden des BVB im DFB Pokal seit 1964 in ausgewählten Saisons
 
Saison Erreichte Runde / Gegner Ergebnis
15/16 Finale / FC Bayern München 3:4 n.E.
14/15 Finale / VfL Wolfsburg 1:3
13/14 Finale / FC Bayern München 0:2
11/12 Sieger / FC Bayern München 5:2
10/11 Zweite Runde / Kickers Offenbach 2:4 n.E.
07/08 Finale / FC Bayern München 1:2 n.V.
05/06 Erste Runde / Eintracht Braunschweig 1:2
01/02 Erste Runde / VfL Wolfsburg II 0:1
00/01 Zweite Runde / FC Schalke 04 1:2
96/97 Erste Runde / SG Wattenscheid 09 3:4
93/94 Zweite Runde / FC Carl Zeiss Jena 0:1
88/89 Sieger / SV Werder Bremen 4:1
68/69 Erste Runde / Eintracht Frankfurt 2:6
64/65 Sieger / Alemannia Aachen 2:0
 
 

Immerhin dreimal war der BVB Pokalsieger

So wechselvoll wie sich die Geschichte im DFB Pokal mit ihren vielen Höhe- und Tiefpunkten auch liest, die gesamte Bilanz des Traditionsvereins aus Nordrhein-Westfalen ist gar nicht mal so schlecht. Insgesamt konnte sich Dortmund bisher drei Mal als Pokalsieger in die Annalen des deutschen Spitzenfußballs eintragen. Der BVB holte den Pott in den Jahren 1965, 1989 und 2012. Damit steht die Mannschaft auf einer Stufe mit den folgenden, ebenfalls traditionsreichen Vereinen:
 
  • Hamburger SV
  • VfB Stuttgart
  • Borussia Mönchengladbach
Mit insgesamt acht Finalteilnahmen scheiterte Dortmund aber besonders häufig erst in der letzten Runde. Insgesamt gibt es nur sechs Vereine, die häufiger den DFB-Pokal gewonnen haben. Neben Bayern München, dem Rekordhalter mit 18 Siegen, schneidet in der Gesamtsicht auch Schalke 04 mit fünf Pokalsiegen besser ab.
 

Fazit – Entwicklung des BVB zeigt nach oben

Während der DFB-Pokal vor allem kleineren Vereinen die Möglichkeit bietet, zumindest kurzzeitig ins nationale Rampenlicht zu treten, fürchten sich größere Vereine vor der Blamage, gegen einen unterklassigen Gegner rauszufliegen. Gerade Borussia Dortmund kann hiervon ein Lied singen. In einer äußerst wechselvollen Geschichte ist der Verein aus dem Ruhrgebiet mehrfach gegen Gegner aus unteren Ligen gescheitert, nicht selten bereits in der ersten Runde. In den letzten Jahren zeigt die Entwicklung aber eindeutig nach oben. Nicht unwahrscheinlich ist es, dass auch dieses Jahr wieder eine Finalteilnahme winkt. Und auch in der Liga werden dem Verein gute Chancen auf einen



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    17. November 2016, 13:38 Uhr
    Aktualisiert:
    17. November 2016, 13:40 Uhr