Digitale Klassenzimmer: Fluch oder Segen?

Die Digitalisierung macht auch vor der Schule nicht halt. Eltern wollen ihre Kinder fit für die Zukunft sehen. Vermehrt sieht der Lehrplan daher Unterricht am und mit dem PC vor.

63 Prozent aller Deutschen befürworten, dass mindestens 30 Prozent der Unterrichtszeit für das selbständige Arbeiten der Schüler am PC genutzt wird. Das ergab eine Studie des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. Mehr als die Hälfte aller Deutschen spricht sich gar dafür aus, dass Kindern bereits im Grundschulalter ein sachgerechter Umgang mit digitalen Medien vermittelt wird.

 

In Zeiten des digitalen Wandels ist es wichtiger denn je, dass Kinder eine umfassende Kompetenz für digitale Endgeräte entwickeln. Doch nicht nur mit Hinblick auf die berufliche Zukunft gilt es, das pädagogische Potential im Schulalltag auszuschöpfen; auch ist es notwendig, den Schülern einen souveränen Umgang mit digitalen Medien beizubringen, um potentielle Gefahren des Internets erkennen und vermeiden zu können. Bildungspolitische Entscheidungsträger können sich hierbei die Expertise aus der Online-Spielbranche zu Eigen machen, etwa wenn es darum geht, dass das Spielen im Internet in vernünftigem Maße stattfindet. Mit Mr Green's Green Gaming hat ein führender Anbieter im Bereich Online-Casino eine Vorreiterrolle in der pro-aktiven Aufklärung über verantwortungsvolles Spielverhalten eingenommen. Um die Medienkompetenz an Bildungseinrichtungen zu fördern, hat die nordrhein-westfälische Landesregierung bereits 2011 die Initiative Medienpass ins Leben gerufen. Die Teilnahme ist für Schulen und Einrichtungen aus NRW kostenlos.

 

Während aber an einigen Bildungseinrichtungen Laptops und Tablets aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken sind, ist dies an vielen Schulen noch immer Fehlanzeige. Wenn überhaupt, finden sich die PCs in einem separaten Raum und sind nur für entsprechende Lehrstunden zugänglich. Freilich würde eine Ausstattung aller Klassenzimmer einen finanziellen Mehraufwand bedeuten, auch müssten die Geräte regelmäßig gewartet werden. Einfacher ist es da schon, die Schüler ihre eigenen Geräte mitnehmen zu lassen. Dabei sind die Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Alleine schon, dass fortan keine schweren Bücher mehr zum Unterricht mitgebracht werden müssten. Zwar setzt dies voraus, dass jeder Schüler über ein entsprechendes Gerät verfügt, andererseits entfallen bei Anschaffung eines PCs Kosten für Bücher und Schreibutensilien.

 

Aber was für Vorteile bietet ein Einsatz neuer Technologien für den Unterricht? Lehrstunden können als Video aufgezeichnet und zu Hause wiederholt werden. Auch können neue Stoffgebiete in Heimarbeit erarbeitet und in der Schule, beim Üben mit dem Lehrer vertieft und diskutiert werden. Oder aber Schüler bekommen Aufgaben auf den Leib geschneidert. Dies ist in den USA der Fall. Dort wird ein Mathematikprogramm eingesetzt, bei dem Computer für jeden Schüler ein individuelles Lernprogramm entwerfen, dass sich an die Lernfortschritte des Probanden anpasst. Einen solch individuelles Unterrichten gelingt einem Lehrer, wenn überhaupt, nur mit großem zeitlichen Aufwand.

 

Die sogenannte Gamifizierung des Unterrichts ist auch ein ideales Mittel, um gegen die Motivationslosigkeit der Schüler anzukämpfen. „Classcraft“ beispielsweise stellt eine echte Revolution im Unterricht dar. Während der Lehrer weitgehend traditionell seine Stunde abhält, läuft die Anwendung, die die Faszination Jugendlicher für Rollenspiele aufgreift, im Hintergrund auf dem Beamer. Durch reale Mitarbeit oder Präsentation der Hausarbeiten sammeln die Schüler, die zu Beginn in Gruppen von sechs bis acht Personen eingeteilt werden, Punkte, die von der Lehrkraft eingegeben werden. Für gesammelte Erfahrungspunkte erhalten die Schüler reale Belohnungen in Form von etwa einem Erlass der Hausarbeiten. Stören die Schüler den Unterricht, werden Schadenspunkte erteilt, die reale Konsequenzen wie Strafarbeiten nach sich ziehen können.

 

Doch ab welchem Alter sollen Kinder mit neuen Technologien vertraut werden? Hierbei gehen auch die Expertenmeinungen auseinander. Fest steht jedoch, dass der PC längst zum Alltagsmedium geworden ist und in den nächsten Jahren eine noch weitaus größere Rolle in unser aller Leben spielen wird. Wichtig ist weniger das Alter in dem das Kind mit dem Computer in Berührung kommt, als es vielmehr es zu einem verantwortungsvollen Mediengebrauch zu erziehen. Kinder haben weitaus weniger Angst vor Technik als ein Großteil der Erwachsenen, aber wenn sie entsprechend geschult sind, ist das unproblematisch. Tragen darüber hinaus die Erziehungsberechtigten dazu bei, dass ihre Kinder weiter freundschaftliche Beziehungen pflegen, ausreichend Sport treiben oder lesen und zeichnen, dann besteht kein Anlass zur Sorge.




ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    20. Oktober 2017, 09:15 Uhr
    Aktualisiert:
    25. April 2018, 03:34 Uhr