Druck unter Druck: Fachkräftemangel in der Druckindustrie hält weiter an

Der demografische Wandel in Industrieländern wie Deutschland hat zur Folge, dass immer weniger junge Nachwuchskräfte auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Vor allem im Bereich der Druckindustrie ist dieser Mangel schon heute deutlich spürbar. Doch warum ist die Nachfrage nach Fachkräften gerade in diesem Sektor so groß und welche Auswirkungen bringen die Entwicklung mit sich?

  • Bildquelle: Pixabay.com_andreas160578

Wie groß ist der Fachkräftemangel in der Druckindustrie?

Dass im Drucksektor ein akuter Mangel an Fachkräften vorherrscht, zeigt ein Blick in das Bundesland Bayern. Zwar ist die bayrische Wirtschaft eine der stabilsten innerhalb der gesamten Bundesrepublik, allerdings sieht die Zukunft hier vor allem für die Druckbranche bezüglich Nachwuchs alles andere als rosig aus. So suchen innerhalb dieser Branche aktuell über 90 Prozent aller Unternehmen dringend nach Fachkräften. Dieser Umstand führt zu einem erheblichen Druck, denn schon heute beeinträchtigt der Fachkräftemangel die Leistungsfähigkeit der bayrischen Printindustrie. Hier geben rund zwei Drittel aller befragten Unternehmen an, dass das Fehlen von qualifiziertem Personal die eigenen Geschäfte und Wachstumsmöglichkeiten beeinträchtigt. Da in Zukunft der Mangel noch weiter zunehmen dürfte, stellt die Entwicklung langfristig eine ernstzunehmende Gefahr für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit mancher Unternehmen dar.

Welche Auswirkungen hat der Fachkräftemangel für Druckereien?

Ein wesentliches Problem der eingeschränkten Verfügbarkeit von Fachkräften ist die Tatsache, dass offene Stellen nur mit großer Mühe oder gar nicht besetzt werden können. Fehlt jedoch das Personal zum Bedienen der Maschinen, kann das Produktionspotenzial nicht ausgeschöpft werden. Aber auch Unternehmen in der Getriebebranche für den Druckmaschinenbau und Papiertechnik suchen professionelle Mitarbeiter Weiterhin ist es ohne qualifizierte Fachkräfte sehr schwer neue Firmenstandorte zu eröffnen bzw. eine Expansion voranzutreiben. Einschränkungen dieser Art können sich im internationalen Wettbewerb schnell zu großen Hindernissen entwickeln, welche langfristig die eigene Existenz bedrohen können. Hinzu kommt, dass der Fachkräftemangel völlig neue Anforderungen an die Personalsuche stellt, sodass hier ein höherer Aufwand entsteht. So geben rund 83 Prozent der betroffenen Unternehmen an, dass der Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal in den nächsten fünf Jahren sehr hoch sein wird.

Was sind die Gründe für den Fachkräftemangel?

Neben den allgemeinen Auswirkungen des demografischen Wandels wird die Situation dadurch verschärft, dass die Riesen der Branche den Personalmarkt leerräumen. Jedoch handelt es sich bei den meisten Druckunternehmen um kleine und mittelständische Betriebe, die in Bezug auf die Personalanwerbung nicht mit den Marktführern mithalten können. So entscheiden sich die meisten Fachkräfte lieber für eine Stelle bei einem Unternehmen mit großem Namen, anstatt sich bei einem kleineren Betrieb mit womöglich unsicherer Zukunft zu bewerben. Allerdings benötigen gerade kleinere Unternehmen das Fachpersonal deutlich dringender, um sich für die zukünftigen Herausforderungen erfolgreich zu wappnen.

Wie können Unternehmen trotz der kritischen Lage passendes Personal finden?

Um im Kampf um versiertes Personal nicht das Nachsehen zu haben, sollten betroffene Unternehmen selbst aktiv werden und für ihren eigenen Nachwuchs sorgen. So kann der konventionelle Ausbildungsweg zum Beispiel durch die Weiterbildung von Quereinsteigern ergänzt werden. Vor allem zielgerichtete sowie effiziente Weiterbildungen und Umschulungen können hier der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft und sogar neue Mitarbeiter sein. Neben Quer- und Wiedereinsteigern lassen sich Personallücken ebenfalls mit ausländischen Kräften wie beispielsweise qualifizierten Flüchtlingen füllen. Unter Flüchtlingen bzw. Asylsuchenden befinden sich oft viele Menschen mit fundierter Berufsausbildung, die eine perfekte Grundlage für Umschulungen und ähnliche Maßnahmen darstellt und deshalb auch von Industrieunternehmen aus anderen Bereichen inzwischen zahlreich eingesetzt werden.

Was gibt es abschließend zum Thema zu sagen?

Insgesamt zeigt sich, dass es sich beim Fachkräftemangel innerhalb der Druckindustrie um ein sehr ernstes Problem handelt, das unter keinen Umständen unterschätzt werden sollte. Um sich vor den negativen Auswirkungen der Entwicklung zu schützen, sollten Unternehmen die Ergreifung von Gegenmaßnahmen nicht auf die lange Bank schieben.
 


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Juli 2018, 15:40 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Juli 2018, 15:41 Uhr