Fantasy Sports auch in Deutschland auf dem Vormarsch

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Fantasy Sports kommt ursprünglich aus den USA. Dort wird es seit den 60er-Jahren gespielt. Mittlerweile gibt es für alle Top-Ligen eigene Fantasy Games. Football, Baseball, Eishockey, Basketball, Fußball und Golf werden so an jedem Spieltag virtuell nachgestellt. In Summe sind die Fantasy Sports Spiele mittlerweile das beliebteste Online-Spiel in Nordamerika geworden. Aber auch in Deutschland nimmt die Popularität von Fantasy Football stetig zu.
 
Die Funktionsweise von Fantasy Sports

Fantasy Sports funktioniert eigentlich nach einem recht einfachen Prinzip. Der Fantasy Spieler stellt sich eine Mannschaft aus seinen favorisierten Spielern in einer Sportart zusammen. Im Fußball nimmt er beispielsweise Manuel Neuer, Leon Goretzka und Timo Werner in sein Team. Für deren Abschneiden an einem Spieltag bekommt er dann Punkte. Je mehr, desto besser. Schießt Werner zum Beispiel drei Tore, erhält der Fantasy Spieler neun Punkte – drei für jedes Tor.

Die Punktevergabe ist dabei von Sportart zu Sportart, von Liga zu Liga und von Wettkampf zu Wettkampf unterschiedlich. Der Spielleiter legt vorher genau fest, welche Aktion welchen Wert hat. Das gilt dann für alle Spieler in einem Wettkampf gleichermaßen.

Welche Sportler der Spieler dabei in sein Team holt, kann er selber entscheiden und meistens auch von Spieltag zu Spieltag ändern. Zu beachten sind dabei natürlich die Faktoren Form des Sportlers, Gegner, aktuelle Teamstärke etc. Der Spieler, der das beste Team aufgestellt hat, gewinnt am Ende.
Häufig kommt in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob das Gewinnen nicht reines Glück ist. Die Spieler wehren sich natürlich dagegen und verweisen auf ihren Sachverstand, durch den sie letztendlich gewinnen.
Diese eher egoistisch gefärbte Behauptung wurde kürzlich aber von der Beratungsfirma McKinsey untermauert. Sie fanden in einer exemplarischen Untersuchung heraus, dass in der Baseball-Saison 2015 91 Prozent aller Gewinne von 1,3 Prozent der Spieler erzielt wurden. Das lässt sich schwerlich als reines Glück bezeichnen.
 
Unterschiedliche Spielmodi

Fantasy Sports kann in ganz verschiedenen Modi ausgetragen werden. Es gibt dabei Unterscheidungen zwischen der Größe der Ligen, Anzahl der Spiele und vor allem des finanziellen Einsatzes.
Bei der Ligagröße entscheidet der Spieler selber, wo er am liebsten mitspielen möchte. Er kann sich auf den ganz großen Portalen anmelden und gegen tausend andere Spieler antreten. Er kann aber auch mit Freunden eine Gruppe bilden und nur dort spielen.

Fantasy Sports gibt es für unterschiedliche Wettbewerbe. Einige Ligen spielen eine gesamte Saison durch und ermitteln dann am Ende, wer der beste Spieler ist. Andere Ligen spielen beispielsweise nur Pokal-Wettbewerbe. Und wieder andere machen nur Ein-Tages-Spiele. Dort wird dann nur die Leistung an einem einzelnen Spieltag ausgewertet und so der Sieger ermittelt.

Spieler können wählen, ob sie kostenlos und aus reinem Spaß spielen möchten, oder in den größeren Ligen einen Beitrag zahlen. Die Summe der Beiträge wird am Ende des Wettkampfes dann an die besten Spieler ausgeschüttet.
 
Der Markt in Deutschland

Fantasy Sports ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Das liegt mit Sicherheit an der steigenden Popularität der NFL, aber auch daran, dass die Fantasy-Portale Fußball mit in ihr Angebot aufgenommen haben.
 
Der Pionier auf dem deutschen Markt war mit Sicherheit Comunio. In diesem Spiel können die Teilnehmer ihre eigene Fußballmannschaft zusammenstellen und dann sehen, wie diese abschneidet. Eine große Schwachstelle von Comunio ist allerdings deren Bewertungssystem. Im klassischen Fantasy Sports werden die Punkte der Sportler anhand von harten Fakten vergeben: gefangene Pässe, erzielte Punkte, gewonnene Zweikämpfe. Diese Werte sind objektiv messbar. Bei Comunio werden die Spieler anhand der Note der Zeitschrift Kicker bewertet. Diese wird von einem Redakteur erstellt und lässt somit naturgemäß viel Platz für Interpretationsspielraum.
 
Andere Anbieter, wie der amerikanische Branchenführer Draft Kings, gehen auch in Deutschland den traditionellen Weg und bewerten die Spieler anhand von messbaren Werten. Da es bei den Spielen teilweise um viel Geld geht, scheint dies auch der Weg für die Zukunft zu sein.
 



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    30. Juni 2017, 12:14 Uhr
    Aktualisiert:
    28. März 2018, 03:34 Uhr