Welche Kursbewegungen sind an der Börse in Zukunft zu erwarten?

Immer mehr Anleger versuchen, an der Börse zum „schnellen Geld“ zu gelangen. Keine Überraschung – die Zinsen in der Vergangenheit waren für viele Verbraucher ein Grund mehr, sich nach Alternativen für gute Anlagemöglichkeiten umzusehen.

Schließlich ist mit den Zinsen, die auf herkömmliche Sparprodukte derzeit bezahlt werden, kaum mehr die Inflationsrate zu verdienen. Was heißt dies im Umkehrschluss? Am Geld- und Kapitalmarkt vernichten Sie auf Dauer Ihr Geld. Bitte achten Sie darauf, dass dies nicht passiert.
 
 
Inflationsrate höher als Zinsen bei vielen herkömmlichen Sparprodukten
 
 
Im folgenden Beispiel wird Ihnen verdeutlicht, dass Sie derzeit Ihr Geld vernichten, wenn Sie es auf dem Tagesgeld- oder Geldmarktkonto versauern lassen.
 
Anlagesumme von
 
    10.000,00   Euro
+         50,00  Euro Zins von 0,5 % (dies ist ein großzügig berechneter Zins auf dem Tagesgeld)
-        150,00  Euro Inflationsrate von 1,5 % (diese ist nicht hoch angesetzt, die Rate liegt derzeit ca.                 zwischen 1-2%)
=     9.900,00  Euro Anlageerfolg nach einem Jahr
 
 
An diesem nicht sehr schöngerechneten Beispiel sieht man, dass Sie Ihr Geld vernichten, wenn Sie es nicht vernünftig für sich arbeiten lassen. Schließlich sollten Sie die Inflationsrate pro Jahr mindestens zu verdienen, damit Ihr Geld in der Summe nicht an Kaufkraft verlieren wird. Viele Dinge im Leben werden schließlich Schritt für Schritt teurer. Genau deshalb sollten Sie die Teuerungsrate auf alle Fälle in Form von Erträgen für die Geldanlage verdienen. Ist dies mit Produkten am Geld- und Kapitalmarkt möglich? Wohl kaum – wie Sie an diesem einfach dargestellten Beispiel erkennen können.
Deshalb stellen wir Ihnen nun näher die Möglichkeiten einer Sachwertanlage vor.
 
 
Welche Sachwerte gibt es und werden sie alle an der Börse gehandelt?
 
 
Im Grundsatz unterscheidet man in der Welt der Finanzen unter folgenden Sachwertanlagen:
Immobilien, Rohstoffe (das sind Edelmetalle wie Gold und Silber) oder Aktien. Was sind Rohstoffe? Sehen Sie sich die Aufstellung dazu näher an.
Dabei ist die Aktienanlage mit die bekannteste Möglichkeit von Sachwertanlagen. Doch viele Anleger schrecken vor dem Thema der Aktien erst einmal zurück. Sie denken sich, dass man in Form von Aktienanlagen immer ein großes Risiko eingehen wird. Ist das wirklich so und sind vielleicht Immobilien, Gold oder Silber die deutlich bessere Alternative zur Aktienanlage?
 
Hier sollten Sie bedenken: Alle Sachwertanlagen können Sie in Form eines Fonds an der Börse kaufen. Sie benötigen also nicht unbedingt die große Summe, um sich den Goldbarren ins Schließfach zu legen. Auch in Form von offenen Immobilienfonds, die an der Börse auch notiert und gehandelt werden, kann man als Investor kleine Summen anlegen. Allerdings sollten Sie bei allen Sachwerten unbedingt in Betracht ziehen, dass die Anlagen sehr langfristig ausgerichtet sein müssen. 
 
Langfristig Geld verdienen mit Sachwertanlagen
 

 
Wenn Sie Aktien kaufen, beteiligen Sie sich an einem Unternehmen. Bei Aktienfonds wird das Risiko ein klein wenig gestreut, weil Sie sich an vielen Aktiengesellschaften gleichzeitig beteiligen. Dennoch kann die Börse immer eine Achterbahnfahrt darstellen, die nicht jeder Anleger aushalten kann und will. Gerade das vergangene Börsenjahr hat gezeigt, dass die Schwankungsbreite am Aktienmarkt recht hoch ausfallen kann. Dies wird in der Fachsprache der Börsianer in der Volatilität ausgedrückt.
 
Wenn Sie nun einen Chart vom DAX oder einem anderen Aktienwert auf lange Sicht betrachten werden Sie schnell erkennen, dass es immer ein Auf und Ab an der Börse gibt. Hier erfährt jeder mehr in Sachen Börse und Investment. Wenn Sie also eine Summe an der Börse investieren müssen Sie damit rechnen, dass es erst einmal zu Kursverlusten kommen kann. Bestimmte wirtschaftliche Tendenzen wie Umweltkatastrophen oder Einbrüche einer bestimmter Branche sind nicht immer vorhersehbar. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie immer wieder bedenken, dass das Zeitfenster, das Sie an der Börse in Betracht ziehen, sehr langfristig ausgerichtet sein sollte. Was heißt langfristig?
 
In meinen Augen ist es sinnvoll, sich mindestens für einen Anlagehorizont von 6-8 Jahren an der Börse einzukaufen. Gute Renditen von mindestens 5 % pro Jahr nach Spesen kann man an der Börse nach einer Zeit von 10 Jahren oder noch länger erwarten.
 
 
Die Börse gilt als Spiegel der Wirtschaft
 
Ganz klar – die Kurse der Börse spiegeln weltweit den Wirtschaftsverlauf. Geht es uns in Europa wirtschaftlich gut und wir können mit einem guten Bruttosozialprodukt und geringen Arbeitslosenquoten überzeugen, steigen im Grundsatz die Kurse an der Börse. Ebenso kommt es mit dazu, dass natürlich die Aussichten in der Zukunft in den Börsenkursen mit eingepreist werden. Sind also zum Beispiel bei den innovativen Automobilwerten aufgrund technischer Neuerungen gute Gewinne zu erwarten, werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Aktienkurse für die Automobilwerte steigen. Allerdings kann man bestimmte Dinge und Wirtschaftskrisen nie im Vorfeld betrachten. Das beste Beispiel kann der Verbraucher an der Finanzmark-Krise erkennen: Vor ca. 10 Jahren dachte sicher kein Mensch daran, dass gute, renommierte Banken in den USA einfach bankrott gehen können, oder? Diese unglaubliche Pleite, die keinesfalls vorhersehbar war, konnte kein Verbraucher im Vorfeld betrachten. Die Konsequenzen für viele Anleger bestanden darin, dass alle Kurse weltweit schnell nach unten gepurzelt sind und Investoren Verluste hinnehmen musste. Worin besteht der größte Fehler, den viele Anleger leider immer wieder begehen?
 
Sie verkaufen, wenn die Kanonen donnern und die Kurse rapide nach unten rutschen. Genau das ist eine falsche These, die noch niemals auf Dauer zum Erfolg geführt hat. Warum?
 
 
Kaufen Sie zu guten Kursen
 
Wer an der Börse ein gutes Händchen beweisen will, kauft dann ein, wenn die Kurse fallen. Sehen Sie es einmal so: Auch zum Winterschlussverkauf lohnt es sich für die meisten Menschen, günstig einzukaufen. Gute Markenqualität stellt man schließlich nicht sofort in Frage, wenn die Preise günstiger werden, oder? So oder so ähnlich sehen es auch erfahrene Börsianer, die auf lange Sicht hinweg Gewinne an der Börse einfahren: „Kaufe zu günstigen Kursen solide Blue Chips wie Volkswagen, Deutsche Bank, Deutsche Telekom oder EON – diese Unternehmen erholen sich früher oder später immer“. So lautet die Devise von erfahrenen Aktionären und Profis an der Börse.
 
Außerdem ist es bei der Investition in soliden Substanzwerten keinesfalls zu verachten, dass Sie eine nicht unerhebliche Dividendenrendite erwarten können. Dieser Zinsertrag, der meist jährlich ausgeschüttet wird, ist natürlich nicht garantiert. Dennoch zahlen solide Werte meist eine ordentliche Gewinnausschüttung an ihre Aktionäre. Wer also mit Bedacht zu günstigen Preisen an der Börse einkauft, wird auf Dauer auch als erfolgreicher Anleger agieren.
 
 
Wirtschaftsbarometer Börse – wie geht es weiter?
 
Es wäre schön, wenn wir Verbraucher mit der goldenen Glaskugel dasitzen könnten, wo uns die genauen Kurse der Börse präsentiert werden würden. Dann wäre die Aktienanlage wirklich als „eierlegende Wollmilchsau“ zu betrachten, mit der jeder Investor schnelles Geld generieren darf. Doch – so einfach ist es leider nicht.
 
Dennoch sprechen viele Gründe dafür, dass die Börse auch in Zukunft gute Erträge abwerfen wird: Die Zinsen sind niedrig, dass diese ansteigen, ist nicht unbedingt zu erwarten. EZB und die FED halten schon seit vielen Jahren an einer Niedrigzinspolitik fest. Niedrige Zinsen kurbeln die Wirtschaft an – die Investition von Firmen in Krediten lohnt sich also. Wenn Unternehmen investieren, sorgt diese Thematik für eine gute Arbeitsauslastung. Wenn wir in Deutschland eine geringe Arbeitslosenquote ausweisen, sind die Einkommen der meisten Verbraucher gesichert. Wer genügend verdient, wird zwangsläufig sein Geld auch ausgeben. Genau das sorgt dafür, dass die Unternehmen wiederum gute Umsätze generieren und damit gute Gewinne erwirtschaften können. Dieser Synergie-Effekt ist im Grundsatz auch weiterhin zu erwarten.
 
Natürlich können immer unvorhergesehene Ereignisse weltweit einen Strich durch die erfolgreich agierende Wirtschaftswelt machen. Schnell geht die Rechnung des erfolgreichen Börsianers nicht auf, wenn Wirtschaftskrisen in den USA oder in Europa eintreten, wenn Länder oder ganze Branchen weltweit Pleite gehen. Deshalb sollte sich, obwohl die Tendenzen an der Börse durchaus positiv zu bewerten sind, jeder vor Augen führen: Die Volatilität in Sachen Aktien ist niemals von der Hand zu weisen. Der Blick in den Rückspiegel weist lediglich eine Tendenz auf – keinesfalls kann man diese Wertentwicklung als Aussicht und Garantie für die Zukunft betrachten. Bitte bedenken Sie also, dass bei jeder Aktieninvestition eine gewisse Risikobereitschaft eingegangen werden muss. Man kann eben keine Glatze mit Locken tragen. Gute Chancen ergeben sich also auch in Sachen Geldanlagen nur dadurch, wenn Sie ein gewisses Maß an Risiko mit eingehen.
 
Scheibchenweise in den Markt einsteigen
 
Mit diesem Gedanken werben viele Investmentgesellschaften und Banken. Die Theorie ist ganz einfach: Wer eine Summe komplett zum hohen Kurs investiert, geht ein sehr großes Risiko ein. Was ist besser? Kaufen Sie ETF´s, Fonds oder andere Werte am besten in einem monatlichen Sparplan ein. Wenn die Kurse nach oben und unten Veränderungen aufweisen, kaufen Sie sich automatisch in den Markt ein. Schon kleine Summen von 50 Euro oder 75 Euro im Monat, die regelmäßig von Ihrem Konto abgebucht werden, lohnen sich auf Dauer. Sie kaufen immer wieder zu Kursen ein, die niemals zu teuer oder zu billig sind. Auf Dauer agieren so viele Börsianer erfolgreich und können somit sehr langfristig gut dabei schlafen. Den monatlichen Sparplan können Sie natürlich jederzeit wieder verändern und löschen.
 
 
Fazit

 
Sachwerte sind auf Dauer eine gute Möglichkeit, bei der Geldanlage nachhaltig Geld zu verdienen. Nur wer in Sachwerte investiert, wird die Inflationsrate oder sogar mehr Ertrag auf Dauer erwirtschaften können. Bitte sorgen auch Sie dafür, dass Sie am Geldmarkt derzeit Ihr Geld nicht vernichten, indem Sie nicht einmal die Rate der Geldentwertung erwirtschaften können. Welche Sachwerte erscheinen Ihnen dabei besonders lukrativ?
 


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    8. Januar 2019, 16:55 Uhr
    Aktualisiert:
    8. Januar 2019, 16:57 Uhr