Nach 78 Minuten durften Michaela Jelinkova (r.) und Lea Hildebrand jubeln. Suhl war bezwungen.
Die starke Block-Feld-Abwehr beider Mannschaften führte immer wieder zu langen Ralleys, sowohl USC-Libera Linda Dörendahl als auch ihre Kontrahentin Suzana Cebic kratzten mit spektakulären Rettungsaktionen die Bälle vom Boden.
„In den ersten beiden Sätzen haben beide Teams in diesem Element hervorragend gearbeitet“, sagte Münsters Coach Axel Büring, dessen Schützlinge sich durch zwei Aufschlagpunkte von Lea Hildebrand auf 11:7 absetzten.
Druckvolle Aufschläge
Überhaupt war es das Service, das den Ausschlag zugunsten der Westfalen gab. Immer wieder gelang es Münster, den Gast unter Druck zu setzen.
Und da dazu auch die Annahme – der USC variierte hier zwischen den bewährten Zweierriegel und einer Variante mit Cutura neben Dörendahl und Ines Bathen – stabil stand und einen unberechenbaren Aufbau ermöglichte, hatte die Büring-Sechs nach 23 Minuten Satzball.
Den vollendete nach einem Aufschlag von Hana Cutura Mittelblockerin Lea Hildebrand direkt zum 25:19.
Enger zweiter Durchgang
Wesentlich enger sollte sich der zweite Durchgang gestalten. Suhl war nun besser im Spiel, steigerte sich in der Blockarbeit und entschied die langen Ballwechsel zunächst für sich. Nach einem Block von VfB-Angreiferin Martina Utla gegen Cutura hatte Suhl beim 24:22 plötzlich zwei Satzbälle, die Partie drohte zu kippen.
Doch nach einem Aufschlagfehler von Ivana Isailovic und einem Punkt von USC-Zuspielerin Michaela Jelinkova war die Gefahr abgewendet. Zwar benötigte Münster drei Anläufe zum Gewinn des Durchgangs, den letztlich Andrea Berg und Bathen im Verbund gegen die 1,92 Meter lange Anna Kalinovskaya perfekt machten.
Nach einer zehnminütigen Pause sank zu Beginn des dritten Abschnitts das hohe Niveau zunächst etwas. Auf beiden Seiten schlichen sich Fehler ein, wobei sich Suhl mit drei missglückten Aufschlägen und zwei verpatzten Angriffen von Claudia Steger mehr Nachlässigkeiten leistete.
Schließlich war es der USC, der spielerisch wieder zulegte. Und zwar in Person von Andrea Berg. Die Kapitänin zog dem VfB mit zwei Assen und zwei direkten Aufschlagpunkten den Zahn, ließ sich dabei auch nicht von zwei Suhler Auszeiten aus dem Rhythmus bringen. Münster führte nun mit 17:11, die Vorentscheidung war gefallen.
Koslowski konsterniert
„Am Ende ist Suhl etwas eingebrochen. Aber das lag auch an uns. Wir haben uns an die Strategie gehalten und fast durchgängig auf hohem Niveau agiert“, sagte Büring.
Wenige Augenblicke vor dem Matchball stand VfB-Coach Felix Koslowski konsterniert und regungslos an der Seitenlinie und musste beobachten, wie Lonneke Sloetjes den ersten Matchball verwandelte. Der USC war endgültig durch und darf nun fest für die Playoffs planen.








