Volleyball: Bundesliga: USC verliert nach zwei Stunden Kampf in Wiesbaden

Von Henner Henning am 04. Februar 2012 22:06

MÜNSTER Der USC Münster ist in der Volleyball-Bundesliga aus dem Tritt gekommen. Nach der 2:3-Niederlage der Vorwoche gegen den Schweriner SC kassierte die Mannschaft von Trainer Axel Büring auch beim 1. VC Wiesbaden eine Pleite. Nach fast genau zwei Stunden und einem dramatischen Ende unterlagen die Unabhängigen mit 1:3 (17:25, 26:24, 21:25, 28:30) und müssen im Kampf um die Playoff-Plätze nun wieder verstärkt in den Rückspiegel blicken. Zwar liegt der USC noch auf dem vierten Platz, doch der VfB Suhl und Wiesbaden lauern mit nur zwei Zählern im Windschatten.

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Gemeinsam stemmten sich Ines Bathen (l.) und Libera Linda Dörendahl gegen das Ausscheiden. Am Ende vergeblich, denn der USC unterlag im Pokal-Viertelfinale dem Titelverteidiger Smart Allianz Stuttgart mit 1:3.

Es dauerte einen Satz lang, ehe Münster in der Sporthalle am 2. Ring in Schwung kam. Den Eröffnungsabschnitt dominierte der VCW, nur beim 2:1 lag der USC in Führung. Schon früh nahm Büring Korrekturen vor, brachte beim 9:13 im Mittelblock Andrea Berg für Mindi Wiley. Und der Tausch war eine Art Weckruf. Den Westfalen gelangen vier Punkte in Serie, Münster war plötzlich in der Partie. So schnell der USC aber ausglich, so fix verlor er auch wieder den Anschluss. Wiesbaden zeigte sich unbeeindruckt und sorgte nach einer Auszeit von Coach Andreas Vollmer mit sechs Punkten am Stück für die Vorentscheidung (21:15).

Burchardt überragt

Angetrieben von den überragenden Angreiferinnen Regina Burchardt (24 Zähler) und Ksenija Ivanovic (19 Punkte) machten die Hessen nach 26 Minuten die Satzführung perfekt. „Wir haben zu wenig Druck beim Aufschlag erzeugt und hatten in der Annahme Probleme“, sagte Büring, der anschließend für die seit Wochen in einem kleinen Tief steckenden Ines Bathen Youngster Sina Fuchs brachte.

Doch auch in der Folge blieb der VCW dominant und legte sich prompt ein Drei-Punkte-Polster zum 6:3 zu. Büring musste früh eine Auszeit nehmen, die umgehend die Wende einläutete. Sechs Zähler gelangen dem USC hintereinander, Münster bot endlich die erhoffte Gegenwehr bei dem direkten Konkurrenten um eine gute Ausgangslage für die Ausscheidungsspiele. Zwei Satzbälle ließ der Deutsche Rekordmeister noch liegen, ehe Lonneke Sloetjes – die Niederländerin war mit 22 erfolgreichen Versuchen erneut beste Angreiferin – mit ihren Punkten Nummer zehn und elf den Gewinn des zweiten Abschnittes festzurrte.

Zwei 9:2-Serien

Die Begegnung war jetzt ausgeglichen, auch wenn sich beide Teams immer wieder Unkonzentriertheiten gönnten. Einen 9:2-Lauf Wiesbadens konterte Münster mit der identischen Serie zum 19:19, der Spannungsbogen verlief wellenartig. Denn nach dem USC-Ausgleich waren wieder die Hessen an der Reihe, waren in der Schlussphase präsenter und entschieden die wichtigen Ballwechsel für sich. Gleich der erste Satzball der Gastgeber saß, erneut hatte Wiesbaden die Nase vorn.

Wie im Vorfeld von Büring prophezeit, war die gutklassige Begegnung ein Duell auf Augenhöhe, das für die 1080 Zuschauer ein dramatisches Finale vorsah. Beim 17:11 war der USC auf dem besten Wege in den Tiebreak, der VCW aber schlug zurück, übernahm beim 22:21 wieder die Führung und hatte wenige Augenblicke später den ersten Matchball. Das Spiel wog hin und her, nach einer weiteren Chance für Wiesbaden fehlte der Büring-Sechs nur ein Zähler für den finalen Durchgang. Doch Münster ließ die Möglichkeit verstreichen und musste nach 119 Minuten den Siegpunkt Wiesbadens einstecken.

Bitteres Ende

Ein bitterer Moment für das USC-Ensemble, für das in Hessen sicherlich mehr möglich gewesen wäre. „Wie wir es im Vorfeld prophezeit haben, war es eine Partie auf Augenhöhe. Aber leider war Wiesbaden einen Tick besser“, erklärte Büring. „Wir haben nach dem schlechten Start gut dagegengehalten und haben die Fehler korrigieren können. Dass es nicht zum Sieg gereicht hat, ist für uns enttäuschend.“

Sport-Blog von Olaf Krimpmann

Olaf Krimpmann

Ballaballa? Muss man nicht sein, um über Sport zu philosophieren. Manchmal hilft’s allerdings schon. Sportredakteur Olaf Krimpmann (41) jedenfalls liebt den Sport. So sehr, dass er sich sogar freiwillig in die Hallen und auf die Plätze bewegt. Dass dort nicht nur der Ball rund ist, sei schon jetzt verraten. Mehr zum Thema Bälle – große wie kleine – und Sport in all seiner Pracht gibt’s jedenfalls hier.

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