Jermaine Jones könnte wieder spielen.
Ohnedies hatte Trainer Huub Stevens angekündigt, nach der Gladbacher Blamage, bei der auch Farfán bei seinem Comeback-Versuch in der Start-Elf eine schwache Figur gemacht hatte, das Schalker Mittelfeld umbauen zu wollen. Gegen Pilsen steht ihm dabei zumindest wieder Jermaine Jones zur Verfügung. Der US-Nationalspieler ist nach seinem rüden Fußtritt gegen den Mönchengladbacher Marco Reus bekanntlich noch bis zum 1. März in der Bundesliga gesperrt, international aber spielberechtigt.
Jones, den Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes einmal als einen „wichtigen Faktor in unserer Mannschaft“, bezeichnete, galt lange Zeit als sportliches Auslaufmodell auf Schalke. Mit Felix Magath kam er überhaupt nicht klar, und auch unter Ralf Rangnick hatte der 30-Jährige schlechte Karten.
Huub Stevens wusste jedoch die robuste, schnörkellose und kampfbetonte Spielweise des Mittelfeldspielers zu schätzen. Jones habe „Qualitäten, die uns gut tun können“, hatte Stevens bereits wenige Tage nach seinem Dienstantritt auf Schalke erklärt.
Nach der Niederlage in Mönchengladbach ist im Schalker Umfeld auch Torhüter Lars Unnerstall verstärkt in die Kritik geraten. Nach der Verletzung von Ralf Fährmann hatte Unnerstall bislang Stevens‘ Vertrauen mit guten Leistungen gerechtfertig. Doch bereits seit dem Pokal-Aus gegen Mönchengladbach scheint der 21-Jährige in einem Formtief: Das entscheidende 3:1-Siegtor durch den Gladbacher Marco Reus jedenfalls ging damals klar auf seine Kappe.
Nach dem Rückrundenstart zeigte Unnerstall ebenfalls Schwächen: Beim Unentschieden gegen Mainz hatte er einen Abstoß ins Seitenaus geschossen – unmittelbare Folge war das 1:0 für die Gäste durch Zidan. Nun zuletzt in Gladbach blieb er beim 0:1 ohne Reaktion, und beim 0:3 erwischte ihn Arango völlig auf dem falschen Fuß. Außerdem landeten die meisten seiner Abschläge beim Gegner.
Es scheint zwar nicht ausgeschlossen, dass Stevens in Pilsen nun Timo Hildebrand im Tor aufbieten wird. Der 32-jährige Routinier war bekanntlich im Dezember im Europa-League-Rückspiel gegen Haifa zu seinem bislang einzigen Pflichtspiel im Trikot der Königsblauen gekommen. Die Partie in Pilsen wird aber wohl eher zur Bewährungsprobe für Unnerstall: Sollte er erneut patzen, könnte es gut möglich sein, dass Stevens dann am Wochenende in der Bundesliga-Partie gegen Wolfsburg mit einer Personaländerung reagieren muss und wird.
Einer, der diese momentanen Personaldiskussionen noch relativ gelassen beobachten kann, ist Schalkes Neuzugang Chinedu Obasi. Für ihn ist das Spiel in Pilsen sein erstes Europapokalspiel überhaupt. Er sei schon etwas aufgeregt, gestand er. „Aber vor allem freue ich mich auf das Spiel. Wir haben die Partie gegen Gladbach in der Mannschaft noch einmal durchgesprochen. Das ist jetzt abgehakt, jetzt schauen wir nach vorne.“
Abwehr-Routinier Christoph Metzelder sieht Viktoria Pilsen als Herausforderung. Die Mannschaft sei keine Laufkundschaft, was sie schon in der Champions League gegen AC Mailand bewiesen habe. Von Vorteil sei, dass es nicht in einer Partie um alles gehe: „Über das Weiterkommen wird im Rückspiel entschieden, deshalb müssen wir clever agieren und von der ersten bis zur letzten Minute voll dagegen halten.“











