Folgenschwere Schwarzfahrt: Mann muss wegen 4,10 Euro für 60 Tage ins Gefängnis

DORTMUND Eine einzige Schwarzfahrt in Bayern hat einem 55-Jährigen 60 Tage Haft im Dortmunder Gefängnis eingebracht. Bei einer Routine-Kontrolle im Dortmunder Hauptbahnhof fiel auf, dass ein Strafbefehl gegen den Mann vorliegt - wegen eines nicht bezahlten Tickets in Höhe von 4,10 Euro.

  • Der Dortmunder Hauptbahnhof. Foto: Archivfoto: Peter Bandermann

Es gibt sie, diese Meldungen, die auch bei der Polizei Staunen auslösen: "Selbst für erfahrene Bundespolizisten war dieser Fall ungewöhnlich und sorgte für Kopfschütteln", leitet die Bundespolizei in ihrer Pressemitteilung die Geschichte ein, die für einen 55-jährigen Mann in der Justizvollzugsanstalt Dortmund endete.

Ihren Anfang nahm sie am 15. Mai in einer Regionalbahn zwischen Regenstauf und Regensburg. Dort wurde der 55-Jährige beim Schwarzfahren erwischt. Er hatte sich die 4,10 Euro gespart, die das Ticket gekostet hätte. Eine Kleinigkeit, sollte man meinen, zumal der Schwarzfahrer noch nie polizeilich in Erscheinung getreten war. Doch nicht so in Bayern.

Ein Gericht in Regensburg, so berichtet es Volker Stall von der Bundespolizei in Dortmund, verurteilte den Schwarzfahrer am 18. September wegen Beförderungserschleichung zu einer Geldstrafe von 900 Euro. In NRW wäre das höchstens bei Serien-Schwarzfahrern denkbar, meint Stall.

Auf diesen Strafbefehl stießen nun in der Nacht zu Freitag die Bundespolizisten im Hauptbahnhof Dortmund, als sie den 55-Jährigen gegen 0.30 Uhr überprüften. Weil der Mann die geforderten 900 Euro nicht bezahlen konnte, "wurde er zur Verbüßung der Ersatzfreiheitsstrafe von 60 Tagen in die Dortmunder JVA eingeliefert", schreibt die Bundespolizei.