Jetzt mit Video: Ex-Bergmann hat privates Bergbau-Museum

HERTEN-BERTLICH Der Ex-Bergmann Werner Pietsch hat in seiner Wohnung in Bertlich ein kleines Bergbau-Museum eingerichtet. Für Bergbau-Fans ist das Zimmer eine wahre Schatzkammer.

  • Auf das Ölgemälde an der Schrägwand ist Werner Pietsch besonders stolz. In der Hand hält er einen sogenannten „Heuler“, ein Unter-Tage-Telefon. Foto: Martin Pyplatz

So fällt an der Schrägwand sofort ein Ölgemälde mit verschiedenen Bergbau-Motiven auf. Darauf ist Pietsch, der von 1958 bis 1993 in der Schachtanlage Westerholt unter Tage als Hauer gearbeitet hat, besonders stolz: „Das hat ein inzwischen leider verstorbener Kumpel für mich gemacht. Er hat fast ein Jahr an diesem Bild gearbeitet. Es zeigt die für mich wichtigsten Stationen unter Tage.“ Er schmunzelt: „Besonders gefällt mir das Bild von der Butterbrotpause, denn die habe ich am liebsten gemacht.“ Und dann zeigt Pietsch auf eine Glasvitrine und erklärt: „Das ist meine Prisenflaschen-Sammlung. Sie hat 186 Stücke, da ist keine Schnupftabakdose doppelt. Darunter sind viele handgemalt.“



Er hat auch fossile Fundstücke aus der Steinzeit in seiner Sammlung. „Man brauchte schon ein wenig Glück, um die zu finden. Aber das Bergwerk war auch dafür eine wahre Fundgrube.“ Zu den Exponaten gehören neben einer Knickerwasser-Flasche und Grubenlampen auch Bier- und Schnapsgläser mit Bergbau-Motiven sowie Teller und Urkunden. An einer Wand hängen einige Uhren, darunter eine Quarz-Uhr mit der Aufschrift „Unsere Kohle – sichere Energie“. Die löst bei Kumpel Werner sofort Wehmut aus: „Ich habe mit 16 Jahren unter Tage angefangen. Damals waren in Westerholt mehr als 3 000 Kumpel beschäftigt. Meiner Meinung nach gab es nirgendwo mehr Kameradschaft als unter Tage. Das werde ich nie vergessen.“
 
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