Stadtmarketing: Ruschmeyer fühlt sich allein gelassen

WALTROP Eigentlich war 2017 aus Sicht von Mirko Ruschmeyer ein gutes Jahr, was die Veranstaltungen in der Innenstadt betrifft. Frühlings- und Herbstfest und der erstmals ins Programm aufgenommene Streetfood-Markt sowie die „Jackpot“-Verlosung liefen gut. Trotzdem sagt der Stadtmarketing-Vize: „So geht es im nächsten Jahr nicht weiter.“

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    Mirko Ruschmeyer (re.), hier mit den Veranstaltern des Streetfood-Marktes, zieht Bilanz. Foto: Wessling

Denn „das Stadtmarketing“, das war aus Ruschmeyers Sicht im Jahr 2017 vor allem: er selbst. Jörg Buxel, selbst nicht Teil des Stadtmarketing-Vereins, war als Honorarkraft noch mit an Bord, ansonsten gab es kaum Unterstützung. Die Auffassung vieler Händler sei wohl, sie zahlten doch schließlich ihren Beitrag und hätten sich damit vom Mittun freigekauft, glaubt Ruschmeyer. Das aber funktioniere nicht. „Ich selbst habe zeitweise meinen eigenen Laden geschlossen, um mich beim Stadtfest hinter den Bierstand zu stellen.“ Andere Händler hielten sich komplett heraus.
Es werde viel geschimpft, dabei sei die Beteiligung bei Versammlungen, wo doch Platz für Verbesserungsvorschläge wäre, mager. „Wir hatten zum Beispiel einen Experten von der IHK zum digitalen Marketing da, das war wirklich ein guter Vortrag.“ Der Besuch aber war mau, und es gab keine Fragen an den Referenten. Unverständlich für Ruschmeyer.
 

Nikolausmarkt kein Vorbild für die Innenstadt

Der Nikolausmarkt in Ost sei durchaus eine gute Veranstaltung, die das Stadtmarketing auch unterstützen würde – diesmal gab es Reibereien wegen der Absprachen in Sachen Weihnachtsbeleuchtung. Dennoch macht Ruschmeyer deutlich, dass er schätzt, was die Kaufleute dort auf die Beine stellen. Die Vorstellung allerdings, dass sich ein solches Konzept auch in die Innenstadt holen lassen würde, sei illusorisch. Dort seien die Erwartungen andere. Und etablierte auswärtige Händler, die wüssten, dass sie anderswo gutes Geld verdienen, kämen wohl kaum für ein „Experiment Weihnachtsmarkt“ in die Waltroper Innenstadt.
Was Waltrop-Ost angeht: Die dortigen Händler sind keine Mitglieder im Stadtmarketing-Verein. Man habe ihm offen gesagt, man sehe keinen Anlass, in einen Verein einzutreten, in dem nichts laufe, berichtet Ruschmeyer. Er hat dafür durchaus Verständnis. Aber es sei ja gerade Ziel der Auflösung der Waltroper Werbegemeinschaft und der Stärkung des Stadtmarketings gewesen, dass es ein gemeinsames Engagement der Kaufleute in der ganzen Stadt gibt. Er hofft fürs neue Jahr auf einen besseren „Draht“ zu den Kaufleuten in Ost. Mit einem arbeitet er bereits gut zusammen: Andy Schickling, der das Theater an der Riphausstraße eröffnet und dem Vernehmen nach große Pläne für 2018 hat.
Voraussichtlich im Sommer wird beim Stadtmarketing-Verein neu gewählt. Ruschmeyer hat sich die Bedingungen, unter denen er weiter Verantwortung zu übernehmen bereit ist, schon genau überlegt.
3 KOMMENTARE
28.12.17 17:15

Das war noch

von Momo

Nie änderst in Waltrop das war damals der Grund warum sich die Werbegemeinschaft Waltrop ost aufgelöst hat, und der Weihnachtsmarkt in Waltrop-Ost gestorben ist.

28.12.17 15:06

Mal ehrlich: Welche Kaufleute?

von Dortmund-Fan

Der Frust ist verständlich. Aber mal ganz ehrlich: Welche Waltroper Kaufleute haben wir denn noch, die an solchen Aktionen grundsätzlich noch ein Interesse haben? Die Anzahl der inhabergeführten Läden ist in Waltrop doch radikal abgestürzt in den letzten Jahren. Ich hätte Schwierigkeiten überhaupt noch 10 nennenswerte Läden zusammenzubekommen, die nicht Bestandteil einer größeren Kette sind. Und die engagieren sich bei sowas natürlich nicht. Ist doch auch bezeichnend, dass ein T-Shirt-Laden hier voran gehen will. Ist halt nix mehr da. Waltrop ist weitestgehend tot. So bitter das ist. Aber wundern kann einen das doch nicht wirklich....

28.12.17 00:15

also Ruschi

von maulwurf

nicht den Mut verlieren-auch wenn es noch so frustrierend ist. Es ist schon entmutigend, wenn man das Gefühl hat, keine Mitstreiter zu haben. Aber die "Passiven" sind meines Erachtens keine echten Unternehmer (also Leute, die "was unternehmen"), die maulen nur, wenn etwas nicht klappt und halten sich überall raus. Von denen hat kein einziger auch nur den Hauch an Vorstellung, wieviel Arbeit und Engagement in solch einem Amt steckt. Man kann vieles erreichen, auch unvorstellbares, wenn man gemeinsam und als geschlossene Einheit auftritt. Aber das verstehen die meisten Waltroper Kaufleute -insbesondere in der Innenstadt- nicht.

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