Borussia Dortmund

BVB-Fans in Freiburg kritisieren mit Plakat Polizeiarbeit im Fall Mouhamed D.

Ein senegalesischer Flüchtling stirbt bei einem Einsatz der Dortmunder Polizei. Ein Vorfall, der auch den BVB-Anhang beschäftigt. Beim Spiel in Freiburg gedenken die Fans dem 16-Jährigen.
Dortmund-Fans halten Spruchbänder hoch.
Protestieren gegen die Ermittlung der Polizei Recklinghausen im Fall des getöteten Mouhamed D.: Dortmunder Fans in Freiburg. © Kevin Pinnow

Die Leidenschaft zum BVB lockte ihn in die Stadt, in der er den Tod fand: Das Schicksal von Mouhamed D. wühlt Dortmund auf und sorgt auch bundesweit für Schlagzeilen. Der 16-Jährige wurde am vergangenen Montag bei einem Polizeieinsatz in der Dortmunder Nordstadt getötet. Beim Spiel in Freiburg gedenken die Fans von Borussia Dortmund dem Verstorbenen – und üben Kritik: „Polizei DO – Polizei RE: Ein Hand wäscht die andere. Unabhängige der Polizei jetzt“ war Mitte des zweiten Durchgangs auf einem Banner im BVB-Fanblock zu lesen. Der Hintergrund: Die Ermittlungen zum Fall hat die Polizeibehörde Recklinghausen übernommen.

Mouhamed D. soll mit Selbstmordgedanken gespielt haben

Mouhamed D. war erst vor einer Woche nach Dortmund gekommen. Der Grund: seine Leidenschaft für den BVB. Der Zustand des unbegleiteten Flüchtlings soll labil gewesen sein. Deshalb befand er sich am Tag vor seinem Tod in einer psychiatrischen Klinik. Er soll mit Selbstmordgedanken gespielt haben. Die herbeigerufenen Polizisten versuchten, ihn davon abzubringen – jedoch vergeblich. Nach dem Einsatz von Reizgas und eines Tasers soll Mouhamed D. dann mit einem Messer auf die Polizisten losgegangen sein. Ein Beamter schoss den Jugendlichen senegalesischer Herkunft daraufhin nieder. Er verstarb wenig später im Krankenhaus.

Seither hat es in Dortmund mehrere Kundgebungen und Trauerfeiern für Mouhamed D gegeben. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) versprach im WDR-5-Interview „100-prozentige Aufklärung“. Rund um die Todesschüsse ermittelt aus Neutralitätsgründen die Polizei Recklinghausen unter der Leitung der Staatsanwaltschaft. An dieser Vorgehensweise gab es von verschiedenen Seiten Kritik.

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