Borussia Dortmund

BVB-Profi Jude Bellingham spricht über Rassismus: „Ich werde das nie vergessen“

Als dunkelhäutiger Fußballer hat Jude Bellingham fast täglich mit Rassismus zu kämpfen. In einem Interview spricht er darüber, was das mit ihm macht - und was er sich vom DFB und der DFL erhofft.
BVB-Profi Jude Bellingham mit einer klaren Botschaft: „Kick Racism Out“ © imago images/Uwe Kraft

In Dortmund ist er der absolute Publikumsliebling, die BVB-Fans lieben ihn. Doch nicht immer sind es nur Liebe und Zuneigung, die ihm entgegengebracht werden. Oft ist es auch Hass und Rassismus. „Nach den meisten Spielen bekomme ich auf Instagram rassistische Nachrichten“, erzählt der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund im Interview mit CNN.

BVB-Profi Bellingham wird nach fast jedem Spiel Opfer von Rassismus

Nach der Mehrzahl der Spiele empfinge er rassistische Kommentare in den sozialen Netzwerken. Wie viele, das hinge davon ab, wie das Spiel verlaufen sei. „Das ist leider die Welt, in der wir leben. Und deswegen müssen wir mehr dagegen unternehmen, vor allem die Menschen, die an der Macht sind.“

Öffentlich machte Bellingham die Kommentare zum Beispiel im März 2021, nach einem 2:2 der Borussia beim 1. FC Köln. Bellingham verursachte einen Handelfmeter. Die schäbigen Kommentare ließen danach nicht lange auf sich warten, der junge Engländer postete sie mit dem Verweis: „Ein weiterer Tag in den sozialen Netzwerken …“, und erklärte diese Aktion jetzt damit, „dass die Leute sehen konnten, wie das in meinem Leben aussieht“.

BVB-Profi Bellingham appelliert an die Fußballverbände

Der Klub und die Mitspieler hätten sich schnell gemeldet, um nach seinem Befinden zu fragen und ihn zu unterstützen. Auch viele Fans meldeten sich bei ihm. „Ich habe tolle Reaktionen erhalten. Sie schrieben, dass sie auf meiner Seite sind.“ Vom DFB oder der DFL, also den offiziellen Organen des Fußballs, habe er hingegen nichts erhalten. Dem Alltagsrassismus beizukommen, da käme es dann eher auf jeden Einzelnen an, die Probleme anzusprechen.

Er vergleiche das für sich mit dem Vorfall im Dezember mit seinen Äußerungen zu Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem Spiel zwischen seinem BVB und dem FC Bayern München im Dezember. „Da waren sie schnell zur Stelle, haben Kontakt aufgenommen und mir meine Strafe aufgebrummt, es gab ein großes Drama in den Medien.“ Damals verhängte der Deutsche Fußball-Bund eine Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro, weil er nach der 2:3-Niederlage über Schiedsrichter Zwayer geschimpft und ihn mit dem Hoyzer-Manipulationsskandal in Verbindung gebracht hatte. Der DFB bezeichnete Bellinghams Äußerungen als „unsportliches Verhalten“.

Rassismus-Vorfälle auch mit der Nationalmannschaft bei der EM

Schlimm sei auch die Erfahrung gewesen, die er mit der englischen Fußball-Nationalmannschaft gemacht habe während der Europameisterschaft 2021. Seine Mitspieler hätten alle unterschiedliche persönlichen Hintergründe, Vorfahren in unterschiedlichen Ländern. „Auf dem Weg ins Finale waren wir alle Engländer. Nachdem die drei ihre Strafstöße verschossen hatten, waren sie Schwarze.“ Gemeint sind Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukaya Sako, die im Endspiel gegen Italien vom Elfmeterpunkt verschossen und in der englischen Öffentlichkeit verachtenswerten Anfeindungen ausgesetzt waren.

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