Europameisterschaft

BVB-Spieler Bellingham und Sancho fiebern EM-Finale entgegen – Corona bleibt Thema

Die Fußballwelt blickt nach London. England trifft im EM-Finale auf Italien. Die BVB-Spieler Bellingham und Sancho dürften nur eine Nebenrolle spielen. Vor dem Showdown bleibt auch Corona ein Thema.
Fiebert dem EM-Finale entgegen: BVB-Mittelfeldspieler Jude Bellingham. © imago / Shutterstock

Fußball-Europa freut sich auf würdiges EM-Finale. Italien und England stehen sich am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) im Londoner Wembley-Stadion als beste und konstanteste Mannschaften des Turniers gegenüber. Die Squadra Azzurra überzeugte bisher mit Teamspirit und Angriffspower, die Three Lions – bei denen die BVB-Spieler Jude Bellingham und Jadon Sancho nur eine Nebenrolle spielen dürften, mit Mentalität und Abwehrstärke. „Wir alle haben so lang gewartet. Diese Gelegenheit muss man mit beiden Händen ergreifen“, sagte Stürmerstar Harry Kane voller Hoffnung auf den ersten Titel der Engländer seit dem WM-Triumph an gleicher Stätte vor 55 Jahren.

UEFA verhängt 30.000 Euro Geldstrafe gegen den englischen Verband

Gleichwohl gehen die Italiener leicht favorisiert in das Endspiel. Nur drei Jahre nach der verpassten WM in Russland meldete sich der viermalige Weltmeister eindrucksvoll zurück und träumt vom zweiten EM-Titel seit 1968. „Im Finale zu sein, ist ein schönes Ziel. Aber das reicht uns nicht“, sagte Trainer Roberto Mancini im UEFA-Interview. „Ich bin stolz auf das, was die Jungs geschafft haben. Das war nicht leicht.“ Bei aller Brisanz im Hexenkessel Wembley hofft die UEFA, dass sich unerfreuliche Vorkommnisse wie im Halbfinale der Engländer gegen Dänemark (2:1 n.V.) nicht wiederholen. Weil Dänemarks Torhüter Kasper Schmeichel beim entscheidenden Elfmeter von Kane mit einem Laserpointer ins Gesicht geleuchtet worden war, Fans während des Abspielens der dänischen Nationalhymne gestört hatten und Feuerwerkskörper abgebrannt worden waren, verhängte der Dachverband eine Geldbuße in Höhe von 30.000 Euro gegen den englischen Verband.

Auch kurz Turnierende wird weiter über den Zusammenhang von Corona-Fällen mit der EM diskutiert. Nach Einschätzung der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC lassen sich auch in Deutschland 18 Infektionen mit dem Turnier in Verbindung bringen. Vier Partien hatten in München stattgefunden. Insgesamt wurde in der vierten Turnierwoche im Vergleich zur Vorwoche ein leichter Anstieg auf 2535 Infektionsfälle verzeichnet. Schottland ist nach Angaben der Agentur mit 1991 Fällen am weitaus stärksten betroffen. Die schottische Mannschaft hatte ihre EM-Gruppenspiele in Glasgow und im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen.

UEFA-Präsident Ceferin weist Kritik von Corona-Experten zurück

In Großbritannien breitet sich die als ansteckender geltende Delta-Variante des Virus stark aus. Einen Anstieg auf 481 Infektionen gab es in Finnland. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte jedoch Kritik von Corona-Experten an der EM zuletzt zurückgewiesen: „Die Teams verhalten sich hochprofessionell. Auch in den Stadien sind wir sehr strikt, und wenn ich höre, dass Politiker sagen, Menschen hätten sich bei den Spielen infiziert, ohne jeden Beweis, dann enttäuscht mich das ein bisschen.“

Von dpa

Verletzter Spinazzola reist mit Italien zum EM-Finale
Der verletzte Leonardo Spinazzola ist mit Italiens Fußball-Nationalmannschaft zum EM-Finale nach London gereist. Der 28 Jahre alte Linksverteidiger war nach seinem Achillessehnenriss am Samstag mit eingegipstem Bein und Krücken an Bord des Charterfliegers, der die Mannschaft aus Florenz nach London brachte. Das Endspiel will Spinazzola im Londoner Wembley-Stadion als Zuschauer verfolgen und die Mannschaft von der Seitenlinie aus unterstützen.

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