BVB-Stürmer Youssoufa Moukoko: Tore, Selbstvertrauen und ein Eingeständnis

Redakteur
Youssoufa Moukoko schießt auf das Tor.
Meldete sich in der U21 mit drei Toren zurück: BVB-Stürmer Youssoufa Moukoko. © dpa
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Tore sind die beste Medizin nach Verletzungen und Kummer. „Ich lache die ganze Zeit, weil es sich einfach extrem gut anfühlt“, sagte Youssoufa Moukoko nach seinem nächsten Doppelpack für die deutsche Nachwuchs-Auswahl. Beim 2:1 zum Abschluss der erfolgreichen EM-Qualifikation erzielte er die Tore Nummer fünf und sechs in seinem vierten Einsatz für die deutsche U21. Auch im vorherigen Spiel gegen Ungarn (3:0) hatte er getroffen. „Jetzt habe ich Pause und kann durchschnaufen, und dann kann ich nächste Saison voll angreifen.“

Zu seiner Zukunft äußerte sich der Fußball-Youngster nicht konkret. Sein Vertrag beim BVB läuft 2023 aus, der Verein würde nach Aussage von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und dem künftigen Sportdirektor Sebastian Kehl gerne mit Moukoko verlängern. Er habe lernen müssen, mit dem großen Druck im Profi-Geschäft umzugehen, sagte Moukoko laut „Kicker“. „Ich glaube, ich komme damit klar. Ich muss niemandem etwas beweisen, nur mir selbst. Das habe ich gelernt.“ Dabei sei auch sein Umfeld mit seinen Eltern und seinem Berater sehr wichtig. Der Trainerwechsel beim BVB mit seinen Fürsprechern Edin Terzic und Sebastian Geppert in der Verantwortung macht einen Verbleib in Dortmund wahrscheinlicher.

Für BVB-Youngster Moukoko ist eine gute Ansprache wichtig

Wie wichtig eine gute Ansprache für den immer noch jugendlichen Moukoko ist, erklärte er selbst. „Meine Rolle ist, Tore zu schießen“, sagte er. „Hier bekomme ich das Vertrauen vom Trainer. Er hat mir von Anfang an mitgeteilt: ,Ich setze auf dich.‘ Das hat mir enorm Selbstvertrauen gegeben.“ Di Salvo drückte seinen Torjäger nach dem Schlusspfiff in Polen fest an sich: „Wir hatten sehr viel Kontakt auch in der Zeit, wo es nicht so gut gelaufen ist. Ich habe ihm gesagt, dass er die Zeit bei der U21 nutzen soll, um wieder Selbstvertrauen zu tanken.“

Die vergangene Saison sei mit mehreren Verletzungen „sehr hart“ für ihn gewesen. „Aber auch aus Verletzungen lernt man viel, ich habe auch gelernt, damit umzugehen.“ Inzwischen habe er sich auch an die Intensität im Profi-Fußball gewöhnt. „Ich glaube nicht, dass das mit dem Alter zu tun hat, sondern eher mit dem anderen Rhythmus, der ist ganz anders als im Juniorenfußball. Damit musste ich erst mal klarkommen. Mein Körper war noch nicht soweit. Ich habe aber hart an mir gearbeitet und arbeite auch jeden Tag daran, damit ich das nötige Level erreiche“, sagte er. „Aber jetzt fühle ich mich sehr gut.“

Di Salvo will mehr Ruhr für BVB-Shootingstar Moukoko

Di Salvo hat für mehr Bedacht im Umgang mit dem Ausnahmetalent geworben. „Es ist wichtig, Youssoufa in Ruhe arbeiten zu lassen, in Ruhe reifen zu lassen“, sagte der U21-Coach. „Wir tun alle gut daran, geduldig mit ihm zu sein. Er selber muss auch geduldig sein. Er spielt in einem internationalen Topverein, die Konkurrenz ist sehr groß. Er muss noch viel lernen und kann noch einiges verbessern, aber jetzt soll er erst mal glücklich sein, dass die Saison so zu Ende gegangen ist.“

Bei Borussia Dortmund erlebte Moukoko eine schwierige Saison mit vielen Verletzungen und wenigen Einsatzzeiten, er kam im BVB-Trikot nur auf 482 Spielminuten (3 Tore, 2 Vorlagen). Aus Sicht von Di Salvo ist die Spielpraxis für den Angreifer bei der U21, der in den beiden Quali-Spielen 170 Minuten auf dem Platz stand, daher besonders wichtig. „Ich freue mich, dass Youssoufa mit Selbstvertrauen zum Verein zurückkehrt. Das war auch das Ziel, dass er wieder ans Spielen kommt, dass er seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellt“, sagte der 42-Jährige. „Dass es dann so gut geklappt hat, freut uns umso mehr und sollte vor allem auch ihn freuen.“

Mit dpa-Material