Borussia Dortmund

BVB-Trainer Rose über seinen Start in Dortmund und die Sancho-Nachfolge

Marco Rose hat seit einer Woche bei Borussia Dortmund das Sagen. Sein BVB-Empfang sei außergewöhnlich gewesen, sagt der 44-Jährige - und spricht über Taktik, EM und die Sancho-Nachfolge.
Freut sich über einen „außergewöhnlichen Empfang“ beim BVB: Marco Rose. © Groeger

Nach einer Woche als BVB-Trainer ist Marco Rose schon angekommen in Dortmund. Mit der – immer noch kleinen – Mannschaft erarbeitet der 44-Jährige erste Automatismen. Zudem nutzt er die Zeit für persönliche Gesprächen. Der Empfang beim neuen Klub sei außergewöhnlich gewesen.

In der BVB-Medienrunde sprach Marco Rose über …


… den ersten Eindruck seiner neuen Mannschaft:
„Das, was von der Mannschaft da ist, macht einen sehr guten Eindruck. Es hat Spaß gemacht heute – auch die U19-Jungs haben mir richtig Spaß gemacht. Unser Thema der ersten Woche war Intensität, das wollten wir heute vor allem auch beim Zehn gegen Zehn sehen. Wir haben uns ein paar Prinzipien gegen den Ball erarbeitet und heute versucht, sie auf den Platz zu bringen. Das haben die Jungs sehr gut umgesetzt.“

… den „Rose-Fußball“: „Das Thema begleitet mich schon über Jahre. Es gibt keinen „Rose-Fußball“. Fußball kann man grundsätzlich nicht neu erfinden. Jeder Trainer steht natürlich für eine bestimmte Art und Weise. Aber die gibt die Mannschaft dann punktuell immer mit vor. Wir sind gerade dabei, uns gemeinsam Dinge zu erarbeiten. Ich habe schon das Gefühl, dass die Mannschaft große Lust darauf hat, sehr aktiven Fußball zu spielen, schnellen Fußball, Fußball, den man gerne schaut. Und das versuchen wir uns nun Stück für Stück zu erarbeiten.“

… Nachholbedarf bei der Mannschaft: „Ich glaube, dass sehr viel Qualität in der Mannschaft steckt. Lucien Favre hat sehr viel Wert auf Ballbesitz gelegt. Edin Terzic hat in den letzten fünf, sechs Monaten dann das Thema Aktivität gegen den Ball und Intensität noch mehr mit draufgepackt. Wir wollen einfach in allen Spielphasen sehr gut sein. Das passt zu Borussia Dortmund und das muss unser Anspruch sein.“

… die zerstückelte Vorbereitung: „Es ist eine Herausforderung. Aber die habe nicht nur ich, die haben fast alle Bundesligatrainer. Wir nehmen die Herausforderung an, sehen auch eine Chance darin. Wir können jetzt sehr individuell auf Spieler eingehen. Dann kommen die anderen Jungs nach und nach dazu. Und dann müssen wir einen Weg finden, weil wir nicht vier oder fünf Wochen haben, um Automatismen gemeinsam zu erarbeiten, dass wir die Jungs schnell integrieren. Aber dazu passt dann einfach auch wieder, dass am Ende der letzten Saison schon viel in die Richtung gelaufen ist, wie wir uns das vorstellen.“

BVB-Trainer Marco Rose (l.) im Gespräch mit Kapitän Marco Reus. © Groeger © Groeger

… sein längeres Gespräch mit Nico Schulz: „Ich schnappe mir jeden Tag ein oder zwei Spieler. Ich will die Jungs natürlich kennenlernen. Wir wollen auch über die persönliche Situation ein Stück weit reden und dann einen gemeinsamen Weg finden. Das ist das Wichtige. Wir wissen alle, was Nico für Qualitäten hat, welchen Fußball er schon gespielt hat, warum er zu Borussia Dortmund geholt wurde. Ich denke, es liegt bei diesem Verein auch an jedem Spieler selbst, sich so zu präsentieren, dass man die Möglichkeit hat, für Borussia Dortmund zu spielen.“

… den Gesundheitszustand von Youssoufa Moukoko: „Er ist im Integrationstraining, aber noch individuell. Das bedeutet, er arbeitet gerade mit einem Reha-Trainer. Es ist immer schwierig, zeitliche Prognosen abzugeben. Aber es sieht momentan wirklich ganz gut aus. Ich hoffe, dass er in den nächsten zehn bis 14 Tagen ins Mannschaftstraining einsteigen kann.“

… Unterschiede beim BVB im Vergleich zu seinen vorherigen Trainerstationen: „Kein Unterschied ist erstmal, dass ich immer hervorragend aufgenommen wurde. Auch hier wieder. Die Art und Weise, wie wir als Trainerteam empfangen wurden, ist schon außergewöhnlich. Aber das war in Gladbach und in Salzburg ähnlich. Der BVB ist ein großer Verein, das merkt man schon. Ansonsten habe ich Lust auf das, was ich hier mache. Ich bin gerne mit Menschen zusammen. Und weiß, dass wenn es im August dann losgeht, wir erfolgreich sein müssen. Aber das war bei den anderen Stationen ähnlich.“

… den Einzug von Jude Bellingham ins EM-Finale mit England: „Ich habe Jude vor dem Spiel eine Nachricht geschrieben. Nach dem Spiel dann nicht mehr, weil er wahrscheinlich 5000 Nachrichten auf dem Handy hatte. Ich freue mich natürlich. Thomas Delaney ist dagegen ausgeschieden – das ist ein Wermutstropfen. Aber klar schaut man sich seine Jungs an und fiebert mit. Ich freue mich für Jude und Jadon Sancho genauso, dass sie in so jungen Jahren schon so ein Erlebnis haben dürfen. Es ist für die beiden nun im Finale mehr oder weniger ein Heimspiel und die Chance, einen Titel zu holen – mehr geht dann natürlich nicht.“

… mögliche Verstärkung für den BVB-Kader: „Grundsätzlich kann man erstmal sagen, dass wir einen guten Kader haben. Natürlich sprechen und diskutieren wir auch über Positionen. Wenn wir alle Spieler geholt hätten, die im Moment in den Zeitungen stehen, dann hätte Aki Watzke nicht mal mehr einen Knopf im Portemonnaie. Und wir hätten einen Kader von 46 Spielern. Ich glaube, dass es uns guttut, wenn wir das intern besprechen und dann schauen, was noch in Sachen Abgänge und mögliche Zugänge passiert. Aber klar ist: Wenn du Jadon Sancho verlierst, dann müssen wir uns umschauen nach einem Flügelspieler mit Tempo, der Eins-gegen-Eins gehen kann. Das ist sicher eine Position, auf der wir noch etwas machen wollen.“