Straßen-Protest

Im Video: Merklinder demonstrieren gegen Ecosoil-Ansiedlung

Am Freitag seit 15 Uhr demonstrieren Merklinderinnen und Merklinder gegen die Ansiedlung der Firma Ecosoil in der Nachbarschaft. Wir haben live von der Demo berichtet.
Dutzende Merklinder sind am Freitagnachmittag (10.6.) gegen die Ansiedlung von Ecosoil auf die Straße gegangen.
Dutzende Merklinder sind am Freitagnachmittag (10.6.) gegen die Ansiedlung von Ecosoil auf die Straße gegangen. © Ronny von Wangenheim

Es ist die dritte Demonstration gegen die Ansiedlung der Firma Ecosoil und anderer Firmen in Bochum-Gerthe, die viel Lastverkehr für den Stadtteil Merklinde zur Folgen haben könnte. Am Freitag (10.6.) sammeln sich Unterstützer des Protests an einem Schaukasten an der Harkortstraße. Wir sind vor Ort gewesen und haben hier im Livestream berichtet.

Im Vorfeld der Demonstration haben wir uns mit Organisator Willi Müller und dem EUV-Chef Michael Werner unterhalten, der die Stadt Castrop-Rauxel bei der Demonstration vertritt.

Das sollten Sie zur Demo wissen:

    • Nahe der Stadtgrenze befindet sich das Firmengelände von Ecosoil. Im April hat sich der Entsorgungsbetrieb dort angesiedelt, obwohl bis Donnerstagabend laut Bezirksregierung Arnsberg von dieser Behörde noch keine Betriebsgenehmigung für den eigentlichen Unternehmenszweck erteilt wurde. So gibt es auf dem Betriebshof bislang nur Verwaltungsarbeiten.


    • Dennoch fahren seither wiederholt schwere Lastwagen auf das Gelände, zuletzt beobachtet in der vergangenen Woche. Fotos von Passanten und Anwohnern dokumentieren die Fahrten. Die Kipper haben mehr Gewicht als die auf der Zufahrtstraße zulässigen 10 Tonnen, fahren aber nach Unternehmensangaben nur leer dort an und wieder ab. Sie laden demnach (noch) keinen Boden zur Aufbereitung dort ab.
  • Der Betrieb liegt auf Bochumer Stadtgebiet und ist auch in Zusammenarbeit mit der Bochumer Stadtverwaltung dorthin umgesiedelt worden. Am alten Unternehmenssitz soll ein Logistikzentrum entstehen. Der neue Standort ist ein Leerstand des Dämmstoffe-Herstellers Philippine. Der Stadt Bochum war daran gelegen, diesen wieder zu nutzen, anstatt anderswo eine Freifläche zu versiegeln.



  • Die Stadt Castrop-Rauxel möchte die Ansiedlung hier vermeiden. Das tut sie mit der Unterstützung aus dem fast gesamten politischen Spektrum für die Demonstranten. Auch hat sie mehrere Gespräche mit der Stadt Bochum und der Bezirksregierung darüber geführt. Sie besprach auch Alternativstandorte mit Ecosoil, die aber aus unterschiedlichen Gründen für das Unternehmen, das auch in Ickern einen andersartigen Entsorgungs-Standort hat, nicht in Frage kamen.
  • Die Anwohner von B235 und vor allem der Gerther Straße befürchten eine starke Zunahme an Lastwagen-Verkehr. Ecosoil behauptet, die meisten Laster würden in Richtung Bochum fahren.


  • Auf dem Gelände wird der Bodenaushub nicht chemisch, sondern nur mechanisch verwertet, also gerüttelt und gesiebt. Dann wird er bei anderen Baustellen wieder genutzt, also recyclet.
  • Bei zwei bisherigen Demonstrationen kamen jeweils mehr als 150 Personen zusammen.

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