Offene Gartenpforte in Datteln Vera Ewert und Friedemann Knaak laden in ihr grünes Paradies

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Vera Ewert und Friedemann Knaak stehen unter einen großen Sonnenschirm zwischen ihren blühenden Blumen und Bäumen.
Vera Ewert und Friedemann Knaak öffnen wieder an drei Sonntagen ihren Zaubergarten in der Körtlingstraße für interessierte Gäste. Die inszenierte Gartenpracht ist eine Augenweide. © Martina Bialas
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„Möchtest du nicht in meinen Garten kommen? Ich würde dich gerne meinen Rosen vorstellen!“: Das kleine Schild im Garten an der Körtlingstraße verrät ein Motto von Vera Ewert und Friedemann Knaak. Sie mögen den informativen Austausch mit und das Weitergeben von Gartentipps an ihre Besucher. Das Ehepaar versteht es, seine grüne Oase seit 18 Jahren kreativ zu gestalten, auch wenn die letzten Monate mit kleinen Baustellen behaftet waren. Zwei große uralte Zypressen schwächelten und mussten den Garten verlassen. „Das passiert, aber wir pflanzen sofort mutig nach“, erklärt Vera Ewert. Und Mut wird belohnt.

Eine Sonnenuhr verrät den Besuchern im Garten die Uhrzeit.
Die Zeit scheint in dem Garten stillzustehen, auch wenn die Sonnenuhr die Uhrzeit verrät.© Martina Bialas

Das gilt auch für ihren Eukalyptus, den sie aus seinem Topf heraus direkt in die Erde pflanzten. Schluss mit seinem eigentlich geforderten Überwintern in geschützten Räumen. Der auch Blaugummibaum Genannte überlebte die kalte Jahreszeit und wird jetzt an diesem Platz bleiben. „Er darf mir nur nicht über den Kopf wachsen“, gibt die diplomierte Grafik-Designerin die Richtung vor. Dabei ist sie mit jeder Menge Leitern ausgerüstet, um in allen Höhen alles auf die richtige Größe zu bringen.

„Alte Bäume verpflanzt man nicht“

Zwei japanische Ahornbäume reagierten auf ihren Standortwechsel nach jahrelangem festen Platz beleidigt und ließen sich hängen, was zum Ausschluss aus der grünen Zone führte. „Alte Bäume verpflanzt man eben nicht“, müssen die beiden Dattelner bestätigen. Schweifen die Augen in die Mitte des Gartens, entdecken sie schnell die neue Felsenbirne in Obelisk-Form. Die macht sich richtig gut in der Landschaft. Aber die beiden Gartenliebhaber haben auch ihr Kräuterbeet im Blick. Der thailändische Koriander, Rucola, Basilikum und Petersilie benötigen dringend Wasser. „Der Regen der letzten Zeit hat unseren Garten weit nach vorne gebracht, aber jetzt beginnt wieder das unterstützende Gießen durch uns“, sagt Friedemann Knaak, der den Wasserschlauch bereits griffbereit positioniert hat.

Das Sorgenkind Buchs leidet in diesem Jahr weniger am Zünsler, der Buchsbaumfloh ist weiterhin auf dem Vormarsch. Ganze Äste sterben ab, wenn er zuschlägt. Aber das Paar mit dem grünen Daumen gibt nicht auf und sagt ihm den Kampf ohne chemische Keule an.

Eine Tänzerin aus Bronze steht auf einer Säule umgeben von Allium.
Die kleine Bronzetänzerin ist eine von vielen Kunstwerken, die Akzente in dem Garten setzen.© Martina Bialas

Das schöne Wetter lädt jetzt ein, sich auf den insgesamt 34 Sitzplätzen niederzulassen und den Garten aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Klimbim ist dabei nicht zu finden, Vera Ewert inszeniert klare Gartenbilder. „Man muss sich genau überlegen, was man tut. Schnelles Umsetzen von Pflanzen hilft nicht“, sagt sie. Rosen und Stauden mögen es gar nicht, wenn man sie stört. Knappe zwei Jahre brauchen sie, bis sie sich an ihren Standort gewöhnt haben und mit Wuchs und Blüte starten.

Teich zieht Kinder magisch an

Zwei blaue Libellen finden ihren Platz im Schatten von Seerosenblättern im Gartenteich und legen ihre Eier ab. Der Teich zieht kleine Kinder magisch an. Vera Ewert zitiert einen letzten begeisterten Ausruf aus Kindermund: „Hier gibt es vierbeinige Fische im Wasser.“ Friedemann Knaak klärte schnell auf, dass es sich um schnöde Molche handelte, weniger um ein Wunder der Natur. Rund um das Gewässer finden sich wahre Schönheiten: Pfingstrosen in den Farben Rot, Rosa und Gelb. Mit einer Punktlandung öffneten sie zu den Feiertagen ihre Blüten, auch wenn die Nachttemperaturen noch sehr niedrig sind.

Somit erwartet die vielen Besucher erneut ein Garten zum Träumen, Kraft tanken und Blütenduft einatmen. Die Eintrittsgelder von drei Euro pro Person werden wieder in ein städtisches Gartenprojekt des Ehepaars gesteckt. So muss das von ihnen geschaffene Spiralnebelbeet auf dem Hauptfriedhof mit neuen Pflanzen bestückt werden. Auch ein Pflanzprojekt an der Wolfhelmschule ist noch nicht beendet.

Zum Thema

Von 11 bis 18 Uhr ist an drei Sonntagen der Garten von Vera Ewert und Friedemann Knaak an der Körtlingstr. 14 in Datteln geöffnet:

  • 4. Juni: Rosen und Blütenträume
  • 25. Juni: Rosen und Sommerstauden
  • 16. Juli: Sommerliches Blütenmeer
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