Kostenlose Bürgertests sind Geschichte

Kreis schließt Schlupflöcher: Teststellenbetreiber müssen drei Euro kassieren

Einzelne Betreiber von Testzentren wollten ihre Kunden von der Drei-Euro-Zuzahlung für einen Coronatest befreien. Jetzt macht ein Schreiben des Kreises die Runde, das für Aufruhr sorgt.
Ein Mann und eine Frau.
Nico Knodel, hier mit Mitarbeiterin Lisa Plutschzyk an der Teststelle Industriestraße 2 (ehemals Mercedes Schopp), hatte sich bislang dagegen gewehrt, die drei Euro für einen Test zu kassieren. © Sebastian Balint

Die seit 30. Juni gültige Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums sorgt weiterhin für Unruhe – sowohl bei den Bürgern, wie auch bei den Teststellenbetreibern. Denn einige Betreiber, wie etwa Nico Knodel, der Teststellen an der Industriestraße und am alten Bahnhof in Meckinghoven betreibt, hatte sich bislang geweigert, diese Gebühr zu erheben. Aus seiner Sicht schrecke die Gebühr die Bürger ab, sich weiter testen zu lassen. Und das in einer Zeit, in der die Inzidenzen wieder deutlich steigen.

Eindeutiges Schreiben des Kreises liegt vor

Das könnte sich jetzt ändern. Denn in einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, wird der Kreis Recklinghausen deutlich. Ein Verzicht auf die Eigenbeteiligung der Bürger und damit auch ein Werben auf Verzicht der Eigenbeteiligung sei nicht mit der geltenden Verordnung vereinbar, heißt es darin. Der Kreis hatte den Verzicht auf den Eigenanteil von drei Euro rechtlich prüfen lassen, vermutlich infolge der Teststellenbetreiber, die sich dadurch benachteiligt sahen, weil einige ihrer Mitbewerber auf die Gebühr verzichtet haben.

Auch weitere Schlupflöcher hat der Kreis mit seinem Schreiben geschlossen. „Auch die Gewährung von anderen Zuwendungen oder Gutscheinen ist nicht zulässig“, heißt es darin abschließend. Nico Knodel, der sich noch am Dienstag (5.7.) vehement gegen die Verordnung positioniert hatte, war für eine erneute Stellungnahme nicht erreichbar.

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