Neue Initiative geplant Dorstener wollen ihre Energiepauschale lieber an Bedürftige spenden

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Jemand zählt Geldscheine, Bürgermeister Tobias Stockhoff am Rednerpult
Bürgermeister Tobias Stockhoff hat in seiner Haushaltsrede davon berichtet, dass Dorstener ihre Energiepauschale an Bedürftige spenden wollen. © dpa / Stefan Diebäcker
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Eigentlich war es nur eine Randnotiz in der Haushaltsrede von Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff. Doch daraus könnte sich in den nächsten Tagen eine beeindruckendeSpendenaktion in der Stadt entwickeln.

„Ich bin den Bürgerinnen und Bürgern dankbar, die aktuell eine ganz besondere Initiative starten“, sagte Stockhoff vor dem Stadtrat. „Diese Menschen haben erkannt, dass nicht alle auf die 300 Euro Einmalzahlung und die Übernahme der Gasabschlagszahlung im Dezember angewiesen sind und deshalb diesen Betrag für bedürftige Menschen spenden könnten.“

Auf Nachfrage der Redaktion nannte der Bürgermeister naturgemäß keine Namen, aber „es sind Menschen dabei, die man durchaus kennt“. Wie genau eine solche Spendenaktion organisatorisch ablaufen könnte, damit das Geld auch wirklich an den richtigen Stellen ankommt, soll in den nächsten Tagen geprüft werden. „Es muss natürlich sichergestellt sein, dass wirklich nur diejenigen eine Unterstützung erhalten, die das Geld wirklich benötigen“, meint Stockhoff.

Bei ALG II-Empfängern beispielsweise werden die Heizkosten ohnehin übernommen, „doch wer knapp über der Bemessungsgrenze liegt, hat womöglich ein ernsthaftes finanzielles Problem“. Der Bürgermeister würde sich schon freuen, wenn 100 Menschen oder Haushalten in Dorsten geholfen werden könnte. Dann müsste es natürlich ebenso viele Spender geben.

Der freiwillige Verzicht auf die Energiepauschale ist auch in anderen NRW-Städten ein Thema. Essen ruft unter dem Motto „Essen hält zusammen!“ dazu auf, die 300 Euro Energiepauschale Bedürftigen zu spenden. Auch in Aachen und Bielefeld gibt es solche Initiativen.

Dorstens Bürgermeister will nach dem Anstoß aus der Bevölkerung offenbar mit gutem Beispiel vorangehen. „Aus diesem Grund will ich auch persönlich meinen Beitrag leisten und bin mir sicher, dass auch viele andere Menschen, Gruppen und Unternehmen wissen, dass jetzt Nächstenliebe und Solidarität mehr denn je gefordert sind“, heißt es in seiner Haushaltsrede.