1. Mai in Dortmund

Bilanz der Polizei: Friedliche Demo – aber auch Pfefferspray und Schlagstöcke

Die Dortmunder Polizei zieht zum Tag der Arbeit eine vorläufige Bilanz eines Sonntags voller Demos und Kundgebungen in Dortmund. Der 1. Mai aus Sicht der Polizei.
Die Dortmunder Polizei zieht nach einem ereignisreichen Sonntag eine vorläufige Bilanz. © Robin Albers

Nach einem ereignisreichen Sonntag zieht die Dortmunder Polizei eine vorläufige Bilanz. Neben dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) waren auch Neonazis, die Antifa und andere linke Gruppen in Dortmund unterwegs. Nicht überall war es friedlich geblieben.

DGB-Versammlung verlief friedlich

Die wohl größte Veranstaltung, die Versammlung des DGB, verlief laut Polizei störungsfrei und endete in einem Kinder- und Familienfest im Westfalenpark. Die Demonstration der Neonazis wurde auf der Strecke Richtung Dortmund-Dorstfeld mit deutlichem und lautstarken Gegenprotest begleitet.

Der Protest gegen die rechtsextremistische Versammlung blieb aber nicht immer friedlich. Im Bereich der Hüttemannstraße hatten Teilnehmende des Gegenprotests eine polizeiliche Absperrung durchbrochen.

Ausschreitungen und Verletzte

Dabei kamen seitens der Einsatzkräfte Pfefferspray und Schlagstöcke zum Einsatz. Das sei nötig gewesen, um ein weiteres Vordringen der Teilnehmer zu verhindern. Auf beiden Seiten kam es nach Angaben der Polizei zu Verletzten. Die genauen Umstände sollen nun aufgearbeitet werden.

Am Königswall errichteten rund 20 bis 30 Teilnehmer des linken Gegenprotests eine Sitzblockade. Die Gruppe wurde von Beamten umschlossen, der Aufzug der Neonazis konnte ohne Zwischenfälle vorbeigeführt werden.

Nach Schätzungen der Polizei haben insgesamt etwa 350 Personen an Gegenprotesten teilgenommen. Dabei wurden zwei Personen in Gewahrsam genommen.

Polizei überprüft skandierte Parolen

Die Demo der Neonazis erreichte gegen um 15.54 Uhr die S-Bahn-Haltestelle Dortmund-Dorstfeld, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Nach dieser wurde die Versammlung um 16.04 Uhr für beendet erklärt.

Wie die Polizei mitteilt, wird sie im Nachgang der Versammlung der Partei „Die Rechte“ skandierte Parolen auf Strafbarkeit oder mögliche Auflagenverstöße überprüfen. Dabei sei auch das paramilitärische Auftreten nach Paragraf 18 Versammlungsgesetz NRW zu bewerten.

Daher bittet die Polizei, Zeugen, die Hinweise zu skandierten Parolen geben können und insbesondere Videos aufgenommen haben, sich zu melden. Das ist bei der Kriminalwache unter Tel. 0231/132-7441 möglich.

1100 Teilnehmer bei anarchistischer Mai-Demo

Später am Sonntag, um 16 Uhr, startete eine weitere Versammlung unter dem Motto „Lang lebe der 1. Mai“ mit einer Auftaktkundgebung am Westpark. Dafür waren ursprünglich 150 Personen angemeldet, letztendlich beteiligten sich etwa 1100 Personen. Kurz nach 19 Uhr war die Abschlussveranstaltung im Blücherpark beendet.

Die Bundespolizei war am Sonntag ebenfalls in ihren Zuständigkeitsbereichen im Einsatz. Dabei könne sie bisher von keinen nennenswerten Sachverhalten berichten.

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