Insgesamt neun Monate war die spätere Dortmunderin Elisabeth Radojewski als SS-Aufseherin im Vernichtungslager Auschwitz. Von der Massenvernichtung will sie erst nach dem Krieg erfahren haben. © Christian Turk
Holocaust

Meine Mutter, die SS-Aufseherin in Auschwitz: „Ich konnte es nicht fassen.“

Jahrzehntelang verschwieg Elisabeth Radojewski, dass sie zur SS-Wachmannschaft des KZ Auschwitz gehört hatte. Auch als sie sich ihrer Tochter anvertraute, kam nicht alles ans Licht.

Das Thema tut weh, es reizt, bewegt und bereitet den Nachfahren mehr als sieben Jahrzehnte danach noch schlaflose Nächte. Renate Schröder aus Dortmund-Brechten ist hin- und hergerissen, als unsere Redaktion sie um einen Termin bittet. Wir möchten gemeinsam mit ihr in die Dokumente schauen, die bei unseren Recherchen zu ihrer Mutter aufgetaucht sind. Elisabeth Radojewski war zwischen Sommer 1943 und Kriegsende in mehreren Konzentrationslagern eingesetzt und beaufsichtigte Häftlingsfrauen in der Schneiderei und auf dem Kartoffelfeld, arbeitete in der Effektenkammer, in der Verwaltung, kontrollierte in der Poststelle ankommende Pakete für Häftlinge. Allein neun Monate verbrachte sie als SS-Aufseherin im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

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JAHRESTAG 27. JANUAR

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