Ditib-Moschee in Dortmund

„NSU 2.0“: Neue Spur zu Hakenkreuz-Drohbrief gegen Moschee-Gemeinde

Im Fall der Drohungen gegen eine Dortmunder Moschee-Gemeinde gehen die Ermittler einer neuen Spur nach: Sie führt nach Offenbach und Osnabrück.
Innerhalb weniger Wochen ist die Sultan-Ahmet-Camii-Moschee in Dorstfeld zweimal Ziel islamfeindlicher Drohungen geworden. Bei den Ermittlungen gibt es nun eine neue Spur.
Innerhalb weniger Wochen ist die Sultan-Ahmet-Camii-Moschee in Dorstfeld zweimal Ziel islamfeindlicher Drohungen geworden. Bei den Ermittlungen gibt es nun eine neue Spur. © Kevin Kindel

Zweimal ist die Sultan-Ahmet-Moschee in Dortmund-Dorstfeld kürzlich das Ziel islamfeindlicher Drohungen geworden: Vor knapp drei Wochen ging ein Drohschreiben bei der Sultan-Ahmet-Moschee in Dortmund-Dorstfeld ein – nur wenige Wochen, nachdem Unbekannte ein Hakenkreuz an den Eingang der Ditib-Moschee geschmiert hatten.

Drohungen und Bezug zum NSU

Auf dem handgeschriebenen Zettel stand unter anderem: „Wir kommen nochmal. Wir machen eure Moschee kaputt. Der Deutsche wird es euch zeigen. Haut ab aus unserem Land Türken.“ Dazu noch Hakenkreuze und der Schriftzug „NSU 2.0“.

Mittlerweile gibt es eine Spur: „Es gab im letzten Jahr einen gleichgelagerten Fall in Offenbach. Ermittlungen führten dazu nach Osnabrück. Diese Verbindung wird aktuell in die Ermittlungen miteinbezogen“, so Gunnar Wortmann, Polizeipressesprecher, auf Anfrage unserer Redaktion.

„Wir stehen mit den Behörden im Austausch. Weitere Einzelheiten kann ich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen“, so Wortmann weiter. Nach Informationen des WDR sollen der Drohbrief im hessischen Fall und der aus Dortmund sich sehr ähneln.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Artikels hatten wir von einem Prozess in Frankfurt berichtet, bei dem sich ein Einzeltäter, der Drohmails mit dem Kürzel NSU 2.0 verschickt haben soll, vor Gericht steht. Dieser Fall steht in keinem Zusammenhang mit dem Dortmunder Fall.

Hintergrund

Der Nationalsozialistische Untergrund – NSU

Der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) war eine rechtsextreme terroristische Vereinigung, die in Deutschland zwischen 2000 und 2007 neun Menschen mit Migrationshintergrund (darunter auch der Dortmunder Mehmet Kubaşık) und eine Polizistin ermordete. Es handelt sich um die größte rechtsextreme Mordserie in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die drei Haupttäter waren Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Mundlos und Böhnhardt wurden im November 2011 tot in einem ausgebrannten Wohnmobil gefunden, Zschäpe 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt.

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