„Ihre Finanzdaten wurden an den Axel-Springer-Verlag geschickt“ Betrugsanruf in Haltern

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Ein Mann telefoniert mit dem Handy.
Betrugsanrufe kommen inzwischen laut Polizei täglich vor. © picture alliance/dpa
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Betrugsanrufe kommen im Kreis Recklinghausen nach Angaben der Polizei beinahe täglich vor. Die Täter denken sich dabei immer neue Maschen aus. Die Halternerin Beate Mertmann hat am Montag einen besonders kuriosen Anruf bekommen.

„Angeblich war da die Bundesfinanzverwaltung dran“, erzählt sie. Die Stimme las ein langes Aktenzeichen vor, das scheinbar zu den Finanzdaten von Beate Mertmann gehören sollte. Dann sagte die Stimme: „Ihre Finanzdaten wurden an den Axel-Springer-Verlag weitergegeben. Für weitere Informationen drücken Sie bitte die 1.“

Zum Axel-Springer-Verlag gehört unter anderem die Boulevard-Zeitung „Bild“. Offenbar spekulieren die Täter darauf, dass die Angerufenen Angst vor einer Veröffentlichung ihrer persönlichen Daten bekommen.

Immer neue Betrugsmaschen

Bei der Frage, warum genau die potenziellen Opfer eine Taste am Telefon drücken sollen, kann Polizeipressesprecher Andreas Lesch auch nur spekulieren: „Vielleicht läuft die Bandansage bei ganz vielen Anrufen gleichzeitig und erst bei einem Tastendruck, der bestätigt, dass es den Anschluss gibt, kommt ein echter Mensch ans Telefon.“

Doch das ist nur eine Theorie. Fakt ist, dass es bei den Betrugsanrufen immer um die Masse geht. Zahlreiche Menschen werden angerufen, „und leider sind die Täter in Einzelfällen immer mal wieder erfolgreich“, so Andreas Lesch.

Die Täter werden dabei kreativ, ständig gibt es neue Maschen. Manchmal werden diese an aktuelle Entwicklungen wie die Corona-Pandemie oder den Krieg in der Ukraine angepasst. Deswegen kann Andreas Lesch auch keine Auskünfte zu der aktuellsten Geschichte geben. „Es sind leider zu viele Maschen, um jede einzelne Geschichte zu recherchieren“, sagt er.

Bei jedem Anruf Anzeige erstatten

Beate Mertmann hat den Betrugsversuch zum Glück durchschaut und direkt aufgelegt. „Dass die Bundesfinanzverwaltung meine Daten an einen Verlag weiterleitet, halte ich doch für sehr unwahrscheinlich“, sagt sie.

Die Polizei rät übrigens dazu, bei jedem Betrugsanruf Anzeige zu erstatten. Denn jeder Anruf sei ein Betrugsversuch und auch das sei eine Straftat. So eine Anzeige kann man auch online erstatten: internetwache.polizei.nrw