Meinung

Der Blick in die Glaskugel: Bahnunterführung Sythen bauen oder anders planen?

Die geplante und lang erwartete Bahnunterführung in Sythen ist ein raumgreifendes Vorhaben. Macht es Sinn, über Alternativen nachzudenken?
Die Schranken am Bahnhof Sythen sollen bald der Vergangenheit angehören.
Die Schranken am Bahnhof Sythen sollen bald der Vergangenheit angehören. © Kevin Kindel (Archiv)

Jetzt soll sie also kommen: Die Planungen zur Bahnunterführung am Sythener Bahnhof nehmen Gestalt an. Was da allerdings kommt, ist schon ein Riesenbauwerk, das die Verkehrsführung vor Ort grundsätzlich verändern wird und auch eine Menge Platz braucht.

Die Initiativen Haltern fahrradfreundlich und Parents for Future finden, das müsste nicht unbedingt so sein. Sie haben ausführliche Vorschläge für eine Alternativlösung ausgearbeitet, die die versiegelten Flächen deutlich reduzieren würde und ihrer Meinung nach auch Gefahrenpunkte bei der Radwegeführung ausschließt. Diese Pläne stoßen aber bei Politik und Kreis Recklinghausen auf wenig Gegenliebe.

Risikofaktor Deutsche Bahn

Die Lösung der Initiativen erscheint auf den ersten Blick schlüssig und auch realisierbar. Aber der Kreis Recklinghausen weist darauf hin, dass möglicherweise alle Planungsverfahren dann neu gestartet werden müssten. Und das könnte bei der Deutschen Bahn ein Risiko bedeuten. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis das schon 1988 angedachte Projekt jetzt endlich in eine Realisierungsphase kommt. Planungs- und Bauprojekte bei der Bahn dauern lange, das hat sich nicht zuletzt beim Umbau des Halterner Hauptbahnhofs gezeigt.

Allerdings gilt auch: Die jetzt umgesetzten Pläne sind im Ursprung uralt. Damals hat man nach anderen Gesichtspunkten geplant als heute. Ökologische Vorgaben und nachhaltige Planung standen bei Weitem noch nicht so im Vordergrund.

Das ist jetzt so ein bisschen wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Bau durchziehen oder noch mal neu planen? Der Blick in diese Glaskugel fördert leider gerade keine eindeutige Perspektive zu Tage.

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