Meinung

Katholische Kirche muss sich bewegen – St. Sixtus ist auf einem guten Weg

Das (inzwischen abgelehnte) Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx löste Respekt und Bedauern aus. Es ist ein Zeichen dafür, dass Kirche auf dem Weg zu einem Neuanfang ist, auch in Haltern.
Pfarrer Michael Ostholthoff leitet die Pfarrei St. Sixtus. Er würde sich die Verantwortung auch mit einer Frau teilen. © Lukas Wittland

Für die hohen geistlichen Würdenträger in Rom sind die deutschen Katholiken modernisierungswütige Abweichler. Kardinal Reinhard Marx steht für diese Wut wie auch viele, die der Kirche trotz allem die Treue halten, aber nicht mehr länger kleinmütig sein wollen. Mit seinem Rücktrittsgesuch sorgte der Fürsprecher der Reformbewegung für Schlagzeilen. Selbst wenn der Papst ihn nun nicht aus seinem Amt lässt – die Entschlossenheit der Katholiken zu einer anders gelebten Kirche hält er nicht mehr auf. Die Basis begehrt auf.

Pfarrer Michael Ostholthoff bringt gerade ganz viel Dampf auf den Kessel. Seine sympathische Dynamik lässt hoffen. Er hisst nicht nur an den Kirchen die Regenbogenfahnen als Zeichen für Aufbruch und neues Denken. Er reagierte beispielsweise auch auf die Missbrauchsfälle mit der Herausgabe eines Halterner Schutzkonzeptes. Auf erste Schritte sollen viele weitere folgen. Pfarrer Ostholthoff ist wild entschlossen, mit der Gemeinde Kirche in Haltern neu aufzubauen. Dabei kann er sich sogar vorstellen, die Gemeindeleitung mit einer Frau zu teilen.

Marx sagt: „Da kann nicht einer etwas verkünden und die anderen sollen einfach folgen, sondern da müssen wir aufeinander hören, miteinander lernen.“ Michael Ostholthoff ist in dieser Zeit ein Glücksfall für die Kirche. Die Gemeinde sollte nur eines nicht vergessen: Kirche ist nicht der Pfarrer allein.

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