Nur Einlass für Geimpfte und Genesene?

2G-Regel bei Konzerten und Co.? So reagieren Hertener Veranstalter

Der Herbst ist da und Open-Air-Events bald passé: Konzerte und Co. gibt es dann auch in Herten nur innen. Wegen Corona verlangt das den Veranstaltern und Gästen viel ab. Ist 2G die Lösung?
Stimmungsvolle Location für Konzerte: die Schwarzkaue auf Schlägel & Eisen – hier während der Night of Light, die schon im Juni 2020 auf die Probleme der Veranstaltungswirtschaft hinweisen sollte. © Anna Lisa Oehlmann

Auch wenn das warme Wetter darüber hinwegtäuscht – für die Meteorologen hat der Herbst begonnen. Und damit die Hochzeit für Konzerte. Ab September strömen Musikfans normalerweise in Scharen in die Hallen, um ihre Lieblingsmusiker zu bejubeln.

Corona macht Künstlern wie Veranstaltern aber im zweiten Jahr in Folge einen Strich durch die Rechnung. Aus Angst vor erneuten Absagen und leeren Kassen gestatten erste Locations – zum Beispiel der Kulttempel in Oberhausen – nur noch Geimpften und Genesenen den Einlass zu Live-Events. Wir haben uns mal umgehört, ob 2G auch für Hertener Veranstalter eine Option ist.

Kaue will Schnelltest-Möglichkeit anbieten

„Ich bin ganz klar für 3G“, sagt Andreas Weidner von der Schwarzkaue Eventlocation. „Viele unserer Konzerte richten sich an ein jüngeres Publikum, und wir möchten niemanden ausschließen.“ Er hat kein Verständnis dafür, dass Menschen durch „künstlich hochgetriebene Kosten“ der Zugang zu Tests und damit zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschwert werden soll. Deswegen wolle er an der Schwarzkaue eine kostenlose Schnelltest-Möglichkeit zur Verfügung stellen, damit Konzertgäste ab Mitte Oktober nicht zum weiteren Griff ins Portemonnaie gezwungen sind. Um 3G unkompliziert umzusetzen, hat Weidner ein neuartiges Einlass-System vor der Kaue installiert: eine Säule, die neben der Anbindung an Impfpass-Lösungen auch mit der von seiner Firma entwickelten „Chekko“-App verbunden ist.

In den Hallen der ehemaligen Zeche Schlägel & Eisen sind in diesem Jahr noch einige Konzerte geplant – unter anderem am 4. Dezember der Auftritt von „METAKILLA“, der wohl bekanntesten Metallica-Tribute-Band Deutschlands.

„Schließe sehr ungern Gäste aus“

Vor dem heutigen Neustart mit der Premiere der internationalen Travestie-Show „Hurra, wir leben noch“ macht Christian Stratmann klar, dass auch der RevuePalast Ruhr auf Zeche Ewald vorerst bei 3G bleiben wird. „Zwar scheint die 2G-Regelung der Trend zu sein, aber ich schließe sehr ungern Gäste aus“, so der Prinzipal. Daher würden bei den Shows ab dem 3. September auch Gäste eingelassen, die einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Zudem will Stratmann abwarten, welche Regelung die Stadt Herten, der Kreis Recklinghausen oder das Land treffen werden. „Diese Vorgaben werde ich dann natürlich sofort umsetzen.“

Der Eingang zum RevuePalast Ruhr auf Zeche Ewald.
Der Eingang zum RevuePalast Ruhr auf Zeche Ewald. © Thomas Stachelhaus (Rag Montan Immobilien) © Thomas Stachelhaus (Rag Montan Immobilien)

Kulturbüro sieht vorerst keinen Handlungsbedarf

Aber auch bei der Stadt ist man offenbar zurückhaltend, was das Thema 2G anbetrifft. Die nächste Veranstaltung der „Summer in the city“-Reihe (Macbeth) findet am 10. September als Open-Air-Event auf dem Gelände von Schlägel & Eisen statt. Unter freiem Himmel sei alles natürlich unkomplizierter, meint Bettina Hahn vom Kulturbüro. Wenn dies bald wegen der Witterung nicht mehr möglich ist, „werden wir alles dafür tun, dass auch Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, wie zum Beispiel dem Glashaus, sicher ablaufen und es keine Ausfälle gibt.“ Sie meint: „Mit 3G hat bisher alles gut geklappt. Wenn man aktuell getestet ist, hat das für mich in der Situation die gleiche Sicherheit wie eine Impfung.“

INFO: Das bedeutet die 2G-Regel

Bisher wird die 2G-Regel nur in Hamburg getestet und gilt nicht bundesweit. Private Betreiber von Konzertlocations, Clubs, Kinos, Restaurants oder ähnlichen Orten können sich aber selbst dazu entscheiden, nur geimpfte und genesene Menschen den Einlass zu gewähren. In dem Fall wären höhere Kapazitäten bei den Gästen möglich und diese müssen auch keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. In der Politik wird das 2G-Modell vor allem dann als Option gehandelt, wenn die Infektionszahlen weitere Maßnahmen erfordern.

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