Um- und Neubauten, zusätzliche Gruppen

600 fehlende Kita-Plätze in Herten: Das alles tut sich im Moment

Die Stadt Herten möchte die Zahl der fehlenden Kita-Plätze bis zum 1. August 2025 von 600 auf 75 reduzieren. Neu- und Umbauten sollen dafür sorgen. Wir blicken auf den Stand der Dinge.
Auf dieser Fläche, die sonst meist als Parkraum dient, soll die Kita gebaut werden. © Daniel Maiß

Den ambitionierten Plan der Stadtverwaltung verkündete Jugendamtsleiterin Kirsten Wietoska in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Bis zum 1. August 2025 soll die Zahl der momentan fehlenden Kita-Plätze von rund 600 auf 75 reduziert werden. Die dazu notwendigen Neu- oder Umbauten haben teilweise schon begonnen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Projekte und den Stand der Bauarbeiten:

  • Neubau Kita Fritz-Erler-Straße/Disteln: Allein hier sollen 125 neue Kita-Plätze entstehen. Der Jugendhilfeausschuss stimmte dem Bau zu. Sechs Gruppen sollen hier entstehen, 4,3 Millionen Euro wird die neue Kita voraussichtlich kosten. Im Jugendhilfeausschuss kritisierten CDU und SPD, dass die Stadt im Vorfeld nicht mit den beiden ansässigen Sportvereinen SV Vestia Disteln und LA Spvgg. Herten gesprochen habe. Hermann Pieper sicherte als zuständiger Dezernent jedoch zu, dass in der Zwischenzeit in Gesprächen „Einvernehmlichkeit“ zwischen Vereinen und Stadtverwaltung erzielt worden sei. Auch sei der Bau des von der Vestia dringend benötigten Kleinspielfeldes nach wie vor an dem Standort möglich. Ziel sei laut Stadt eine Inbetriebnahme zum 1. August 2022. „Dafür brauchen wir aber auch Glück“, so Pieper. Jetzt muss zunächst noch ein Träger gefunden werden, also jemand, der die Kita betreibt.
  • Neubau Kita Annastraße/Westerholt: Diverse Probleme führten dazu, dass es bereits mehr als fünf Jahre dauerte, ehe die Bagger für eine neue Kita rollen konnten. Jetzt gehen die Arbeiten laut Hermann Pieper gut voran. Im Bereich zwischen Annastraße, Heinrichstraße und Storcksmährstraße baut die Stadt Herten – genauer: der städtische Hertener Immobilienbetrieb (HIB) – eine neue sechsgruppige Kita mit 100 Plätzen, darunter auch eine Gruppe für Unter-Dreijährige, sowie ein Familienzentrum. Die Stadt Herten wird die neue Kita nicht selbst betreiben. Dies übernimmt die Falkennest Kita gGmbH. Diese gemeinnützige Gesellschaft gehört zu der Organisation „SJD Die Falken“ und betreibt zahlreiche soziale Einrichtungen im Kreis Recklinghausen. Das gesamte Finanzvolumen des Projekts beträgt 3,5 Millionen Euro. Voraussichtlich im März 2022 soll die Kita fertiggestellt sein.
Die Baustelle der neuen Kita an der Ecke Annastraße/Heinrichstraße/Storcksmährstraße.
Die Baustelle der neuen Kita an der Ecke Annastraße/Heinrichstraße/Storcksmährstraße. © Frank Bergmannshoff © Frank Bergmannshoff
  • Neubau Kita Pusteblume/Herten-Süd: Hier hat die Stadt erst vor wenigen Tagen verkündet, dass es nach mehreren Verzögerungen auch mit einer Fertigstellung zum neuen Kindergartenjahr am 1. August dieses Jahres nichts wird. Ursprünglich sollte die Kita sogar noch in 2020 fertiggestellt gewesen sein. Im Winter hatten zunächst die dauerhaft eisigen Temperaturen die Bauarbeiten verzögert. Inzwischen sind es fehlende Rohstoffe und damit verbundene Lieferschwierigkeiten, die dazu führen, dass die Kita bis auf Weiteres nicht fertig wird.

    Das wiederum hat Auswirkungen auf den von der AWO geplanten Neubau der Kita an der Königsberger Straße. Eigentlich wollte die AWO schon im Mai mit ihrer Süder Kita „Wilde Wiese“ von der Königsberger Straße in das Gebäude an der Wörthstraße umsiedeln. Das wäre dann ja leer gezogen. Danach sollte umgehend die 1958 erbaute Kita an der Königsberger Straße abgerissen und bis August 2022 doppelt so groß neu gebaut werden. Doch weil die „Pusteblume“ an der Wörthstraße festsitzt, ist an diese Planung nicht mehr zu denken. Das Problem: An der Wörthstraße hätte die AWO mehr Platz gehabt und wollte eine zusätzliche dritte Gruppe einrichten. Dazu wurden auch schon Anmeldungen entgegengenommen. Wenn die AWO also nicht schnell ein neues Übergangsquartier oder eine andere Lösung findet, verlieren womöglich zahlreiche Eltern ihre schon sicher geglaubte Platz-Zusage. Laut Stadt werde aber momentan mit der AWO nach Lösungen gesucht.
  • Kurzfristige Einrichtung von Kita-Gruppen: Um dem akuten Mangel entgegenzuwirken, werden im Stadtgebiet drei weitere Kita-Gruppen eingerichtet. Am Standort der ehemaligen Grundschule am Wilhelmsplatz wird zum August in den ehemaligen OGS-Räumen eine zusätzliche Kita-Gruppe eingerichtet. Die Trägerschaft wird der AWO übertragen. Aktuell wird geprüft, ob dort die Einrichtung einer weiteren Gruppe möglich ist. Im Gebäude der Martinischule auf dem Paschenberg werden zum 1. August zwei zusätzliche Kita-Gruppen eingerichtet, bis die neue Kita an der Annastraße ihren Betrieb aufnimmt. Dementsprechend wird die Trägerschaft der Falkennest KiTa gGmbH übertragen.
  • Rotationskita: Diese soll kurzfristig für zwei Gruppen als Ausweichstandort für sanierungsbedürftige Kindertageseinrichtungen in Modulbauweise errichtet werden. Nach einem passenden Standort wird noch gesucht. Sinn des Gebäudes ist es, für die kommenden Jahre Kinder aus jenen Kitas, die umgebaut und erweitert werden, vorübergehend aufzunehmen. Die Stadt nannte zum Beispiel die katholischen Kitas St. Johannes in Bertlich und St. Barbara am Paschenberg. Grundsätzlich stünde das Rotationsgebäude allen Hertener Kita-Trägern als Ausweichquartier zur Verfügung.
  • „Erdmännchen“: Die vier Gruppen mit je zehn Kindern werden auch im kommenden Kita-Jahr fortgeführt. Zudem soll an zwei weiteren Standorten je eine zusätzliche Gruppe an der Süder Grundschule und an der Waldschule eingerichtet werden. Hier werden fünfjährige Kinder, die keinen Platz in einer Tageseinrichtung haben, fit für die Einschulung gemacht.

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