An der Schlägel-und-Eisen-Straße

Abgewrackt und zugemüllt: Fahrzeuge gammeln seit Monaten vor sich hin

Wer sich den Parkstreifen auf der Schlägel-und-Eisen-Straße einmal genauer ansieht, dem werden sie schon aufgefallen sein: zwei abgewrackte Wohnmobile und ein vollgemüllter Lkw.
Zwei abgestellte Wohnmobile gammeln an der Schlägel-und-Eisen-Straße vor sich hin. © Daniel Maiß

Es ist eine Weile her, da berichtete die Hertener Allgemeine (HA) von zwei Zugmaschinen mit bulgarischen Kennzeichen, die monatelang unbewegt auf einem Parkstreifen am Ostring standen. Da die Stadt letztlich die Halter nicht ausfindig machen konnte, wurden sie abgeschleppt.

Nun hat sich in der Nähe ein neuer „Fuhrpark“ aufgetan. Auf den Parkstreifen an der Schlägel-und-Eisen-Straße stehen in kurzen Abständen – ungefähr in Höhe der Hausnummer 50 – zwei Wohnmobile und ein Lkw, die alle schon bessere Zeiten erlebt haben.

Ein mit Sperrmüll vollgestopfter Lastwagen ohne Kennzeichen steht an der Schlägel-und-Eisen-Straße.
Ein mit Sperrmüll vollgestopfter Lastwagen ohne Kennzeichen steht an der Schlägel-und-Eisen-Straße. © Stefan Korte © Stefan Korte

Die Wohnmobile sind nicht nur deutlich in die Jahre gekommen, sondern mittlerweile auch ordentlich zugewuchert. Der eine, ein offensichtlich älteres „Granduca“-Modell, stammt laut Nummernschild aus Italien, genauer aus der Region Turin.

Nutzt man eine vom italienischen Verkehrsministerium autorisierte Internetseite, erfährt man, dass das Wohnmobil nicht mehr versichert ist – und demnach abgeschleppt werden dürfte.

Zettel mit kurioser Botschaft

Kurios: In der Windschutzscheibe des ramponierten Fahrzeugs klebt ein handgeschriebener Zettel, der besagt, dass man sich bei allen Problemen doch bitte an die auf der Notiz angegebene Telefonnummer wenden sollte.

Allerdings steht dieser Hinweis dort auf Französisch, die Telefonnummer wiederum gehört laut Nachforschungen zu einem Restaurant in Citadella, einer italienischen Gemeinde in der Provinz Padua.

Dieser Hinweis ist an der Windschutzscheibe eines der Wohnmobile angebracht.
Dieser Hinweis ist an der Windschutzscheibe eines der Wohnmobile angebracht. © Daniel Maiß © Daniel Maiß

Das andere Wohnmobil der Marke Fiat wiederum hat ein kroatisches Kennzeichen und kommt demnach aus der Umgebung der Stadt Bjelovar im Norden Kroatiens, etwa 80 Kilometer östlich der Hauptstadt Zagreb.

Die seitliche Eingangstür ist mit Folie verklebt, ansonsten macht dieses Mobil einen etwas besseren Eindruck als sein italienisches Pendant. Ob hier noch ein Versicherungsschutz besteht, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Müll hat sich vermehrt

Extrem zugemüllt ist ein paar Meter weiter ein Lkw der Marke „Iveco“. Laut Aussagen von Anwohner habe sich der Müll auch in den vergangenen Monaten auf wundersame Weise vermehrt, da die Ladeklappe zumindest teilweise geöffnet ist. Zu sehen ist zum Beispiel ein Kinderwagen.

Ein Nummernschild fehlt hier komplett. An der Windschutzscheibe prangt mittlerweile ein Hinweis des städtischen Ordnungsamts mit der „Feststellung einer Ordnungswidrigkeit“, da das Fahrzeug dort „verbotswidrig abgestellt“ wurde.

Beim vollgemüllten Lkw hat das Ordnungsamt bereits eine Nachricht hinterlassen.
Beim vollgemüllten Lkw hat das Ordnungsamt bereits eine Nachricht hinterlassen. © Stefan Korte © Stefan Korte

Auf dem Ostring wiederum rostet nur wenige Meter entfernt ein schwarzer Kleinwagen der Marke Ford vor sich hin, der Schäden aufweist, die eventuell von einem Unfall kommen könnten.

Ein offenbar bei einem Unfall zerstörter Pkw steht am Ostring am Straßenrand.
Ein offenbar bei einem Unfall zerstörter Pkw steht am Ostring am Straßenrand. © Stefan Korte © Stefan Korte

Zu den abgestellten Fahrzeugen heißt es auf Anfrage der HA vonseiten der Stadt, dass das Problem an dem Standort bekannt sei. Die Versuche, die tatsächlichen Halter beispielsweise der Wohnwagen mit ausländischen Kennzeichen, festzustellen, hätten aber bis heute nicht zum Erfolg geführt.

Abschleppen wird nun geprüft

Kurzfristig werde nun allerdings geprüft, die Fahrzeuge abzuschleppen. Die Abschleppkosten, die zunächst der Stadt Herten entstehen, würden insgesamt voraussichtlich in einem vierstelligen Bereich liegen.

In den kommenden Wochen soll das weitere Vorgehen besprochen werden, heißt es von der Verwaltung.

Übrigens: Die beiden Zugmaschinen aus Bulgarien wurden damals laut Stadt „zur Verwertung freigegeben“. Im Rahmen eines sogenannten „ordnungsrechtlichen Standardverfahrens“ brachte ein Abschleppunternehmen die beiden Fahrzeuge zum Schrottplatz. Der dort erzielte Erlös wurde mit den Kosten des Abschleppens verrechnet.

Abgemeldete Fahrzeuge dürfen nicht dauerhaft auf öffentlichen Parkplätzen und Flächen stehen. Dies gilt auch für stillgelegte Autos. Der Halter muss damit rechnen, dass sie auf seine Kosten abgeschleppt werden. Nur einen Zettel anzubringen mit der Aufforderung, innerhalb einer bestimmten Frist das Auto zu entfernen, genügt nicht. Behindert das Fahrzeug nicht den Verkehr, muss die Stadt den Halter zunächst direkt auffordern, das Auto abzuholen, bevor sie auf seine Kosten eine Abschleppfirma beauftragt. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) für das Land Nordrhein-Westfalen vom 24. November 2017 (AZ: 5 A 1467/16)

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