Blick in Hertener Krankenhäuser

Ärzte sehen Impf-Erfolg und hoffen auf weiteren Anstieg der Quote

Laut Zahlen des Informationssystems Gefahrenabwehr NRW befinden sich 24 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern des Kreises RE (Stand: 21.9.). Doch wie sieht es in den Hertener Hospitälern aus?
© dpa

Auf Nachfrage unserer Zeitung heißt es aus dem St.-Elisabeth-Hospital, dass sich momentan dort vier Covid-19-Patienten in Behandlung befinden, einer davon liegt auf der Intensivstation. Im Vergleich zu den Vorwochen sei zwar eine leicht steigende Tendenz zu erkennen, allerdings auf sehr niedrigem Niveau.

„In den vergangenen vier bis sechs Wochen waren aber fast alle Patienten mit schwereren Verläufen ungeimpft. Das heißt im Umkehrschluss: Wer sich nicht impfen lässt, geht ein höheres Risiko eines schweren Verlaufs ein“, erklärt Dr. Horst Neubauer, Chefarzt der Inneren Medizin II (Kardiologie und Internistische Intensivmedizin).

Dr. Horst Neubauer ist Chefarzt der Inneren Medizin II (Kardiologie und Internistische Intensivmedizin) am St.-Elisabeth-Hospital.
Dr. Horst Neubauer ist Chefarzt der Inneren Medizin II (Kardiologie und Internistische Intensivmedizin) am St.-Elisabeth-Hospital. © Proselis © Proselis

Dass es einen klar ersichtlichen Zusammenhang gibt, habe sich laut Neubauer auch auf die Impfbereitschaft in der Mitarbeiterschaft ausgewirkt. Innerhalb weniger Monate sei diese von rund 50 auf über 90 Prozent angestiegen. „Eben weil die Mitarbeiter gesehen haben, welch positiven Auswirkungen die Impfung hat.“

Dennoch ergebe sich daraus auch ein Problem: „Wir testen weiter regelmäßig unsere Mitarbeiter. Dabei gab es auch positive Tests bei Geimpften. Doch die hatten keine beziehungsweise nur sehr leichte Symptome. Das ist problematisch, weil man dann ja dennoch Überträger ist.“

Deutlich weniger schwere Fälle

Mit Blick auf die kommenden Wochen glaubt der Chefarzt, dass die Fallzahlen wieder ansteigen werden. Aufgrund der aber auch weiter steigenden Anzahl von Geimpften werde es dabei seiner Meinung nach deutlich weniger schwere Verläufe und somit auch deutlich weniger Corona-Fälle auf den Intensivstationen geben.

Dr. Berthold Rawert wiederum ist leitender Arzt der Inneren Abteilung im Gertrudis-Hospital in Westerholt. Laut seiner Angaben wurde in dem Krankenhaus seit mehr als vier Wochen kein Corona-Patient mehr aufgenommen. „Somit steht momentan einem Krankenhaus-Normalbetrieb nichts im Wege. Die gute Impfquote und das ausgewogene Test-Konzept führen zu einer hohen Sicherheit für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter“, so Rawert.

Dr. Berthold Rawert ist leitender Arzt der Inneren Abteilung im Gertrudis-Hospital in Westerholt.
Dr. Berthold Rawert ist leitender Arzt der Inneren Abteilung im Gertrudis-Hospital in Westerholt. © Günter Schmidt © Günter Schmidt

Auch beim Blick in die Zukunft ist der Chefarzt durchaus optimistisch: „Wir befinden uns derzeit in einem Normalbetrieb ohne Einschränkung durch Covid 19 und sind zuversichtlich, dass es so bleibt. Weil in der Hochrisikogruppe der betagten und schwerkranken Mitbürger für einen krankenhauspflichtige oder gar intensivstationspflichtige Covid-19-Erkrankung die allermeisten erfreulicherweise doppelt geimpft und damit hochgradig vor einem schweren oder sogar sehr schweren Verlauf beschützt sind.“

Beide Ärzte hoffen daher, dass sich die Impfquote in den kommenden Wochen noch weiter erhöht.

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