1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Als Fußballer verfolgt wurden: Veranstaltungsreihe startet im Glashaus

Unter dem Thema „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ finden 2021 bundesweit viele Veranstaltungen statt – auch in Herten. Hier ist u.a. eine besondere Fußball-Ausstellung zu sehen.
Trikot des Fußballspielers Max Girgulski, das in der Wanderausstellung „Im Abseits. Jüdische Schicksale im deutschen Fußball“ zu sehen ist. © Sabine Weißenberg

Bundesweit ist 2021 zum deutsch-jüdischen Festjahr ausgerufen worden. Denn seit 1700 Jahren leben Jüdinnen und Juden nachweislich auf dem Gebiet Deutschlands.

In Herten bieten dazu die Volkshochschule (VHS) und das Bundesprojekt „Demokratie leben“ einige Veranstaltungen an. Hier eine Übersicht:

  • Sonderausstellung „Im Abseits. Jüdische Schicksale im deutschen Fußball“: Konzipiert vom Deutschen Fußballmuseum in Dortmund werden die Lebensgeschichten von elf jüdischen Fußballspielern und -pionieren vorgestellt, die in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur Dramatisches erlebten. Die Sonderausstellung veranschaulicht in Texten, Video-Botschaften, Hörstücken und einem Film ihre systematische Ausgrenzung aus dem Sport- und Vereinsleben. Die Ausstellung wird am 5. November im Glashaus (Hermannstraße 16) um 12 Uhr eröffnet und ist im Anschluss dienstags bis samstags zu den Öffnungszeiten der Bibliothek sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen (für Schulklassen auf Anfrage).
    Einer der dort porträtierten Fußballer ist Ernst Alexander, der in der Nähe von Herten wohnte. Er war hoffnungsvoller Nachwuchsspieler beim FC Schalke 04, floh mit seinen Geschwistern vor dem Terrorregime in die Niederlande und wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Zu seinem Gedenken wurde auch ein Preis für Integration, Vielfalt und Toleranz mit seinem Namen verliehen. Einer der Preisträger sind die Schülerinnen und Schüler der Rosa-Parks-Schule.
  • Gedenktag 9. November – Pogromnacht – eine Veranstaltung des Arbeitskreises Gedenkkultur: Am 9. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen und Gebetshäuser angezündet und geschändet, jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, es gab zahlreiche Verhaftungen, Menschen wurden ermordet.
    Die Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht beginnt am 9. November um 17 Uhr im Innenhof des Glaubensquartiers, Scherlebecker Str. 272.
    Nach einem Grußwort des Bürgermeisters Matthias Müller wird an das Schicksal der verfolgten jüdischen Familie Leyde erinnert. Der Abschluss der Gedenkstunde findet auf dem Schulhof der Comeniusschule statt. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
  • Lesung mit Juna Grossmann „Schonzeit vorbei“ – Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus“: Juna Grossmann arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen. In ihrem Buch schildert die jüdische Deutsche das Leben unter diesem permanenten antisemitischen Beschuss.
    Juna Grossmann, geboren 1976 in (Ost-)Berlin, ist Beraterin für Social-Media-Auftritte für Gedenkstätten und Kultureinrichtungen und betreibt seit 2008 den Blog irgendwiejuedisch.com
    Die Lesung findet am 9. November von 19 bis 20.30 Uhr in der Rotunde des Glashauses (Hermannstraße 16) statt und ist kostenfrei. Um eine Anmeldung bei der VHS wird unter Tel. 02366/303510 oder vhs@herten.de gebeten.
  • Rundgang zu den Gedenkplatten in der Hertener Innenstadt: Als die Nazis die Macht übernahmen, wurden auch Hertener Bürgerinnen und Bürger deportiert und ermordet. Zur Erinnerung sind im Stadtgebiet Gedenkplatten eingelassen. Ein geführter Rundgang mit Barbara Keimer am 14. November von 12 bis 13 Uhr zu den Gedenkplatten in der Hertener Innenstadt informiert über die Gräueltaten und dient dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Treffpunkt ist vor dem VHS-Gebäude am Resser Weg 1. Der Rundgang ist kostenfrei, es wird aber um eine Anmeldung bei der VHS unter Tel. 02366/303510 oder vhs@herten.de gebeten.

Außer bei der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht gelten die drei G-Regeln (geimpft/genesen/getestet).

Die Veranstaltungsreihe wird in 2022 fortgesetzt:

  • Vortrag mit Bildern „Der letzte Rabbiner in Recklinghausen“: Gerda E. H. Koch, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen, berichtet am 28. Januar 2022 ab 17.30 Uhr im Kaminzimmer des VHS-Gebäudes am Resser Weg 1 über Dr. Selig Sigmund Auerbach. Um eine Anmeldung bei der VHS unter Tel. 02366/303510 oder vhs@herten.de wird gebeten.

Der Abend in Herten

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