Retro-Spielgerät

Am Flipper in Herten-Süd treffen sich Jung und Alt

Im Wally-Windhausen-Seniorenzentrum in Herten-Süd steht nun ein „Captain Fantastic Flipper“. Viele Senioren verbinden damit Erinnerungen an ihre Jugend.
Erst gemietet, jetzt fest angeschafft. Ein Flipper steht nun im Wally-Windhausen-Seniorenzentrum. © Anna Lisa Oehlmann

Ein Klick und die silberne Kugel saust los. Es macht „pling, pling, pling“ und rattert los. Die Geräusche, die der originale Captain-Fantastic-Flipperautomat von sich gibt, weckt bei manchem Erinnerungen an ihre Jugend. Ein solches Gerät hat Quartiersmanager Alf Rouven Recksick nun mit Geld aus dem Quartiersfonds angeschafft. Das Gerät aus dem Jahr 1977 steht im Wally-Windhausen-Seniorenzentrum.

Flipper hat festen Platz im Wally-Windhausen-Seniorenzentrum

Bereits im März 2020 stand leihweise ein Star-Trek-Flipper im Seniorenzentrum. Das kam bei Bewohnenden, Besuchern und Personal gut an. Aus diesem Grund hat sich Alf Rouven Recksick auf die Suche nach einem Gerät gemacht, das seinen festen Platz im Seniorenzentrum hat. Denn der Flipper lockt einige der Bewohner – bisher vornehmlich Herren – aus der Reserve. Sie spielen eifrig und erinnern sich an früher.

So Gerhard und Hans-Jürgen Weißler. Auch die beiden Brüder sind Ü60, aber noch jung geblieben, und haben früher in der Spielhalle an den Flipperautomaten gezockt. Dort gab es Motive wie „Terminator“ oder „Krieg der Sterne“, erinnern sie sich. In der Woche waren sie zweimal da, für fünf Spiele zahlte man fünf Mark.

Für 150.000 Punkte gab es Currywurst und Pommes umsonst

Aber auch Besucher wie der 70-jährige Klaus Brock, der bei der Hertener Polizei gearbeitet hat, verbindet viele Erinnerungen an das Spielen mit dem Flipper. In seinem Heimatort gab es eine Frittenbude, in der ein solches Spielgerät stand. Das war in den 1960er Jahren. Ein Spiel kostete 20 Pfennig. Wer 100.000 Punkte erreichte, bekam eine Portion Pommes umsonst, wer sogar 150.000 Punkte schaffte, bekam auch noch eine Currywurst dazu.

„Als wir da reinkamen, hat uns die Frau schon immer böse angeguckt“, sagt er und lacht, denn er hätte des Öfteren seine Speisen nicht bezahlen müssen. „Es geht einfach nur um Geschwindigkeit. Man muss den Ball rechtzeitig stoppen und gezielt spielen“, berichtet der passionierte Spieler.

Captain-Fantastic-Flipperautomat aus dem Jahr 1977

Das Thema des Captain-Fantastic-Flipperautomaten ist die Rockoper „Tommy“ der britischen Rockgruppe „The Who“. Elton John ist der Hauptakteur. Der Flipper ist ausgestattet mit drei Schlagtürmen, Zielen, die beim Treffen in der Spielfläche versenkt werden, Außenbahnen, Schussmöglichkeiten in der oberen Spielfeldfläche, einem Open Gate (offenes Tor) das den Ball in vielen Fällen beschützt und der Möglichkeit, einen Extra-Ball zu gewinnen.

Retro-Spielgerät statt Playstation 4

Für Mehmet-Emre Köse, der im Wally-Windhausen ein Praktikum während seiner Ausbildung zum Pflegefachmann absolviert, ist das Retro-Spielgerät „mega interessant“. Sonst zockt der 23-Jährige gern an seiner Playstation 4. Das trainiert die Reaktionsfähigkeit und die wird an dem Spielautomaten auch gebraucht. „Ein Flipper ist auch ein Stück Geschichte“, sagt der junge Mann. „Ich find‘s cool. Das ist was Neues. Es ist so simpel und macht trotzdem Spaß.“

Dass der Flipper nun im Seniorenzentrum steht, ist einem Sammler aus Mülheim an der Ruhr zu verdanken. Doch nach nur einem Tag Laufzeit schaltete sich das Gerät nicht mehr ein.

Aufwendige Fehlersuche und Reparatur des Flippers

Eine aufwendige Fehlersuche begann. Repariert hat ihn Frank Oeffelke ehrenamtlich. Er fand den Fehler im Stellmotor, der sozusagen heiß gelaufen war. Er baute ihn von Hand neu – und nun läuft der Flipper wieder.

Ziel ist es, mit dem Flipper einen Kommunikationspunkt für die Menschen im Seniorenzentrum, aber auch im gesamten Quartier Herten-Süd zu schaffen, sagt Alf Rouven Recksick. Die neue Attraktion soll für eine Belebung des Ortes sorgen.

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