Kommentar

Auf einen Betreuungsplatz würde ich mich nicht verlassen

Ab 2026 besteht für Grundschulkinder ein Rechtsanspruch auf Betreuung. Wie soll die Stadt es schaffen, die nötigen OGS-Räume zu schaffen? Es gibt ja noch nicht mal genügend Kita-Plätze.
Carola Wagner, stellv. Leiterin der Lokalredaktion Herten © Gutzeit

Ein Kommentar zum Artikel „Aaliyah muss draußen bleiben – Hunderte OGS-Plätze fehlen“.

Jedes Grundschulkind hat Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Liest sich super, was die Bundesregierung da auf den letzten Metern vor der Bundestagswahl noch auf den Weg gebracht hat. Ab 2026 wird alles gut: Lernförderung für benachteiligte Kinder, verlässliche Betreuung für jene, deren Eltern arbeiten oder allein erziehen, individuelle Förderung … sonst noch was, das die OGS-Mitarbeitenden leisten sollen? Sprachförderung vielleicht? Umgangsformen, Tischmanieren … Nur immer hereinspaziert in die überbelegten Räume.

600 Kita-Plätze fehlen – trotz des bestehenden Rechtsanspruchs

„Ganztagsbetreuung an Grundschulen wird ausgebaut.“ Als ob der Bund das selbst in die Hand nähme. Die Städte müssen zusehen, dass sie rechtzeitig die notwendigen Gebäude errichten und Personal einstellen. Gut: 3,5 Milliarden Euro sollen fließen. Aber es ist ja nicht nur eine Frage des Geldes. Wenn ich mir anschaue, wie schleppend es in Sachen Kita-Neubauten in Herten vorangeht, sehe ich schwarz. 600 Kita-Plätze fehlen, dabei gibt es darauf bereits einen Rechtsanspruch. Eltern steht der Klageweg offen, mache gehen ihn auch, doch will man das?

Ehrlich gesagt: Ich bin froh, dass meine Kinder groß sind und hoffe, mich dereinst an der Betreuung meiner etwaigen Enkel beteiligen zu können. Auf einen OGS-Platz würde ich mich jedenfalls nicht verlassen.

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