Schlechtes Wetter – mäßige Umsätze

Außengastronomie in Herten öffnet: „Ein bisschen Freiheit genießen“

Das Wetter war bescheiden, die Stimmung unter den Gästen dennoch gut. Ein Blick auf die Wiedereröffnung der Gastro-Betriebe in Herten am Pfingstwochenende.
Viktoria und Thomas Broza freuen sich darüber, dass zumindest Außengastronomien jetzt öffnen dürfen. © Banu Altun

Wenn man die Reaktionen der Hertenerinnen und Hertener auf die Öffnung der Außengastronomie am Wochenende in einem Wort zusammenfassen müsste, wäre es wohl: zurückhaltend. Das schlechte Wetter hatte erheblichen Einfluss darauf. Wir schauten am Pfingstsonntag an vier Stationen nach, wie der Andrang so war.

Auf dem Brunnenhof in der Ried zum Beispiel schmissen die Mitarbeiterinnen Nadine Möller und Ursula Schwietering seit langem erstmals wieder den Grill an. „Die Leute freuen sich, dass sie rausgehen und eine Wurst von der Hand essen können“, sagte Nadine Möller. Oder auch Kuchen, diesen dann gemütlich am Tisch sitzend. Platz nehmen durften vollständig geimpfte Menschen, Genesene sowie jene, die einen negativen Schnelltest vorweisen konnten.

“Wir wollen zeigen: Wir sind noch da.“

„Ich denke, für viele Leute ist das zu mühsam mit den Tests“, sagte Dirk Lasarz, Wirt des Kaiserhofs in der Innenstadt. In Kombination mit dem schlechten Wetter war der Andrang dort gering, sodass die Gaststätte über Pfingsten nur zu begrenzten Zeiten geöffnet hatte.

Eine Rückkehr zu den normalen Öffnungszeiten sei abhängig von der Kundenresonanz in den kommenden Tagen, so Dirk Lasarz. Er betont: „Wir hatten fast zehn Monate geschlossen und haben die Zeit mit einem blauen Auge überstanden. Wir wollen zeigen: Wir sind noch da.“

Das Ehepaar Frenskowski hat es sich am Schloss Westerholt gemütlich gemacht. Es ist dankbar für das Stück Normalität, das die Öffnung der Außengastronomie bietet.
Das Ehepaar Frenskowski hat es sich am Schloss Westerholt gemütlich gemacht. Es ist dankbar für das Stück Normalität, das die Öffnung der Außengastronomie bietet. © Banu Altun © Banu Altun

Darauf, dass möglichst viele Gastronomen das später von sich behaupten können, hofft Familie Frenskowski aus Gelsenkirchen-Buer. Das Ehepaar genoss die willkommenen Sonnenstrahlen mit Getränken aus dem Selbstbedienungszelt auf der Außenterrasse des Westerholter Schlosses mit Ausblick auf die sattgrünen Wiesen . Es freut sich über diese erste Lockerung und die Möglichkeit, Beschäftigte der Gastronomie zu unterstützen: „Wenn wieder Normalität einkehrt, wollen wir sehen, dass es noch Geschäfte gibt, die öffnen können.“

Über diese Unterstützung ist nicht nur Clive Hüsken froh. Er versorgte zusammen mit Kevin Coelho Granja die Besucher am Schloss mit Speisen und erfrischenden Getränken. Anschließend konnte man sich an Stehtische stellen. Auch hier machte der Regen am Samstag einen Strich durch die Rechnung. „Aber im Großen und Ganzen sind wir zufrieden“, resümierte Clive Hüsken.

Reservierungen am Samstag reihenweise abgesagt

Die einschränkenden Regelungen für Gastronomen empfindet Dossoula Romanaki vom Restaurant Parea an der Staakener Straße als Bestrafung: „Wir sind die Ersten, die schließen, und die Letzten, die öffnen.“ Der Andrang war auch bei ihr eher schleppend. Aufgrund des schlechten Wetters sagten ihr am Samstag sogar fast alle Reservierungen ab. „Es läuft nicht so wie erhofft, das Wetter muss mitspielen.“

Vor Ort zu Gast war das Ehepaar Broza, das die Öffnung der Gastronomie als längst überfällig sieht und hofft, dass nun zumindest die Außengastronomie beständig offen bleiben darf. „Dass man spontan sagen kann, ich gehe mal ein Bier trinken, um mich mit anderen zu unterhalten – das fehlt am meisten“, sagte Thomas Broza. Mit Ehefrau Viktoria war er eine Woche zuvor in Münster, wo in der Außengastronomie viel los gewesen sei. „Im Vergleich dazu ist die Lage in Herten ein Riesenunterschied“, so Viktoria Broza.

Munevera und Joachim Ackermann genießen ein Stück Normalität in der Gaststätte Parea.
Munevera und Joachim Ackermann genießen ein Stück Normalität in der Gaststätte Parea. © Banu Altun © Banu Altun

Im strömenden Regen zum Testzentrum

„Die Zeit der Abstinenz war wichtig“, meinte Munevera Ackermann. Doch als Dossoula Romanaki sie über die bevorstehenden Lockerungen für die Außengastronomie informierte, waren sie und Ehemann Joachim so froh, dass sie gleich am Samstag bei strömenden Regen zum Corona-Testzentrum gingen. „Jetzt sind wir hier bei Parea und genießen es.“

Auch zuvor hatten sie Lokale mit Bestellungen unterstützt. Doch immer nur Essen für zu Hause abzuholen, sei nicht so schön, meinte Ehemann Joachim. Bis sich die Lage bessert, ist nicht nur Munevera Ackermann dankbar für die kleine Lockerung: „Das bisschen Freiheit kann man genießen.“

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