Land NRW fördert Projekt „Kaleidoskop Heimat Querbeet“

Ausstellung: Neue Blickwinkel auf die Heimat

Eine Foto- und Videoausstellung bringt wieder Leben in die Ausstellungsräume der Maschinenhalle Scherlebeck. Große und kleine Künstler sind auf Spurensuche gegangen.
Immer an der Wand entlang: Projekt-Initiatorin Suria Kassimi mit Beispielen der fotografischen Heimatsuche in der Maschinenhalle Scherlebeck. © Meike Holz

Für die einen ist Heimat Familie, für die anderen ein vertrauter Ort und für den Hertener Rainer Lange „ein vielfältiges Konglomerat aus Eindrücken für alle Sinne.“ Zusammen mit anderen Fotografen aus dem Kreisgebiet hat er seine Assoziationen zum Thema mit der Kamera eingefangen. Die Ergebnisse sind vom 25. September bis 17. Oktober in der Maschinenhalle Scherlebeck auf Schacht 5 der ehemaligen Zeche Schlägel & Eisen zu sehen. Dazu gesellen sich Kinder-Videos, eingefangen bei einer Spurensuche auf der Halde Hoheward.

„Neuer Familienzweig“ nennt der Hertener Rolf Pröpper sein Foto. Für ihn heißt Heimat auch Familie. © Meike Holz © Meike Holz

Die Ausstellung eröffnet den Veranstaltungsreigen im historischen Bergbaugebäude nach langem Lockdown und ist Teil des Großprojektes „Kaleidoskop Heimat Querbeet“ des Kunstvereins „ReDo“ (Recklinghausen/Dortmund). In dem vom NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung geförderten Projekt geht es um eine inhaltliche und emotionale Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat“. Als Kooperationspartner stellt die Stadt Herten Ausstellungsräume für die drei geplanten Präsentationen zur Verfügung.

Arbeiten entstanden in Quarantäne-Werkstätten

Weil die Pandemie direkt zum Auftakt dazwischenfunkte, haben Initiatorin Suria Kassimi und ihre Mitstreiter neue Formate entwickelt. Aus den geplanten Kreativ-Workshops wurden in den vergangenen Monaten die Quarantäne-Werkstätten, dazu kamen digitale Treffen. Rainer Lange leitete die Foto-Werkstatt mit 15 Teilnehmern. 13 Arbeiten hängen jetzt in der Maschinenhalle. Es sind sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Heimat im Ruhrgebiet. „Und genau das war uns wichtig, denn jeder Mensch hat einen anderen Blick auf seine Wurzeln“, betont Künstlerin Suria Kassimi. Sie ist begeistert von der hohen Qualität der Fotoarbeiten.

Kinder von sechs bis acht Jahren sind mit Video-Beiträgen zum Heimatbegriff in der Ausstellung vertreten. Suria Kassimis Verein
Kinder von sechs bis acht Jahren sind mit Video-Beiträgen zum Heimatbegriff in der Ausstellung vertreten. Suria Kassimis Verein „ReDo“ lieferte die Projektidee. © Meike Holz © Meike Holz

Daniel Wewer aus Recklinghausen hat eine Wegmarkierung auf der Halde Hoheward in eine fast surreal anmutende Komposition gebracht. Die Hertenerin Annette Schubert bietet einen romantischen Blick auf die Wassertürme auf der Stadtgrenze zu Hochlar im Sonnenuntergang. Günter Mottyll aus Herne bringt bei seinem Foto vom Busbahnhof mit Unschärfe, Lichtreflexionen und Farbtupfern Bewegung ins Spiel. Für Rolf Pröpper aus Herten heißt Heimat Familie, wie er mit seinem Porträt „Neuer Familienzweig“ dokumentiert. Die Vielfalt der technischen Raffinessen ist genauso groß wie die Motivauswahl: Da wird gewischt, montiert, digital nachbearbeitet, mit ungewöhnlichen Perspektiven, Kolorierungen oder Licht gespielt.

Kleine Video-Künstler drehen auf der Halde Hoheward

Auch die kleinen Video-Künstler im Alter von sechs bis acht Jahren waren höchst kreativ. Nach dem großen Schwenk mit der Kamera über das Stadtpanorama am Fuße der Halde Hoheward werden Details herangezoomt: Wo wohne ich? Wo ist meine Schule? Entstanden sind sehr quirlige Bilder. Erwin Wiemer, Leiter der Video-Werkstatt, hat die Mädchen und Jungen bewusst ihre eigenen Heimat-Bilder finden lassen. Ihre persönlichen Spuren haben die jungen Teilnehmer anschließend mit bemalten Steinen auf der Landmarke hinterlassen.

Info: Die Ausstellung „Kaleidoskop Heimat Querbeet“ ist vom 25. September bis 17. Oktober immer samstags und sonntags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr in der Maschinenhalle Scherlebeck, Scherlebecker Straße 258, geöffnet. Die Fotografen führen selbst im Wechsel Aufsicht, sodass immer Ansprechpartner vor Ort sind.

Den „ReDo-Kunstverein für Recklinghausen und Dortmund e.V.“ haben die Künstlerinnen Suria Kassimi und Gabriele Wirths gegründet. Es geht darum, das künstlerische Potenzial des nordöstlichen Ruhrgebietes sichtbar zu machen und zu vernetzen. Aktuell gibt es 65 Mitglieder.

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