Neueröffnung auf der Bahnhofstraße

Beim „Ruhrpottbäcker“ gibt‘s das Steigerbrötchen

Kasseler kann jeder, dachte sich Lorena Meusener. Beim „Ruhrpottbäcker“ in Westerholt gibt es daher das Glückauf-Brot, die Ruhrpott-Kruste, den kleinen und den großen Bergmann zu kaufen.
Mit Kumpel und dem Bezug zum Pütt: Dagmar und Lorena Meusener (v.l.) verkaufen beim „Ruhrpottbäcker“ handgemachte Backwaren. Für unser Foto haben sie nur ganz kurz die Masken abgenommen. © Jörg Gutzeit

An der Bahnhofstraße 85 hat ein neues Geschäft eröffnet: Der „Ruhrpottbäcker“ empfängt seine Kundinnen und Kunden mit einem gemütlichen Ambiente und einem ganz speziellen Sortiment. Denn hier gibt es zwar auch Kasseler und Mehrkornbrot, aber eben auch Steigerbrötchen, Bergmannskuchen oder Briketts. Die Idee dazu hatte Lorena Meusener, die 22-jährige Tochter von Dagmar und Axel Meusener. Dem gehört die Bäckerei Lensmann aus Recklinghausen-Hochlarmark, nicht zu verwechseln mit der von Wilhelm Lensmann in Westerholt.

In der Backstube der Meuseners an der Hochlarmarkstraße – dort ist auch eine der zwei Recklinghäuser Filialen, eine dritte ist in Herne – werden die Backwaren mit viel Handwerkskunst hergestellt: „Die Brote macht mein Papa alle noch selbst“, erzählt Lorena Meusener. Die junge Frau, die mit ihrer Mutter Dagmar beim „Ruhrpottbäcker“ hinter der Verkaufstheke steht, hat das Tischlerhandwerk gelernt. „Weil ich gerne Möbel aufbaue“, sagt sie. Doch beim Aushelfen in der Bäckerei stellte sie fest, dass ihr die Arbeit im Verkauf großen Spaß macht. „Ich möchte meine Familie unterstützen“, erklärt Lorena Meusener. Und deshalb ist sie im Juni in das Familienunternehmen eingestiegen.

Expansion während der Corona-Krise

Das ist einer der Gründe, die den Ausschlag für den mutigen Schritt gaben, während der Corona-Krise zu expandieren. Der zweite: das „Sofortprogramm Innenstadt“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Das ist in Herten auf die Bahnhofstraße ausgeweitet worden und ermöglicht es Gewerbetreibenden, länger leer stehende Ladenlokale zu vergünstigten Konditionen anzumieten. Die Förderung läuft maximal zwei Jahre. Mit dem Programm will man Leerstände reduzieren und neue Konzepte etablieren – und langfristig Innenstadt sowie Bahnhofstraße beleben. Der „Ruhrpottbäcker“ ist nach Angaben des Stadtteilbüros in Westerholt der erste Mieter im Rahmen des Sofortprogramms, weitere Interessenten befänden sich „in der Pipeline“.

„Wir wollten uns vergrößern und das Ladenlokal hier hat sich angeboten“, berichtet Lorena Meusener. Es hat auch Sitzplätze, an denen die Kunden für eine Tasse Kaffee oder ein Kumpel-Frühstück Platz nehmen können. Die Idee zu den ungewöhnlichen Namen hatten Vater und Tochter: „Wir haben uns etwas einfallen lassen, um uns abzuheben.“ Doch es sind nicht nur die Namen. Im Steigerbrötchen zum Beispiel sind Schwarzbrot-Stückchen drin – eine gebackene Reminiszenz an die von Kohle geprägte Vergangenheit der Region. Der Pütt-Bezug kommt gut an, und die Leute im Stadtteil freuen sich, dass das Ladenlokal wiederbelebt worden ist, berichtet Lorena Meusener: „Sie kommen hier rein und sagen: Wie schön, dass hier wieder ein Bäcker drin ist.“

Info: Der „Ruhrpottbäcker“ an der Bahnhofstraße 85 ist montags bis freitags von 6.30 bis 18 Uhr und samstags von 6.30 bis 13 Uhr geöffnet.

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