„Herten ist unsere Baustelle“

Buddeln nach Kunst und Kultur: Künstler Punky setzt Projekt fort

Ausgebremst durch die Corona-Krise war wie so viele Künstler auch Punky Bahr mit seinem Projekt Kulturbaustelle. Nun endlich geht es weiter: Am Freitag (27.8.) wird am Glashaus gebuddelt.
Der Trash-Künstler Punky lädt nach einer Corona-Zwangspause erneut zu einer „Kulturbaustelle“ am Glashaus in der Innenstadt ein. © Carola Wagner

Das Kunstprojekt „Kulturbaustelle“ startete im November 2019 unter dem Titel „Herten ist unsere Baustelle“. Ursprünglich war es auf sechs Monate angelegt. Das Projekt umfasst eine Vielzahl eigenständiger Kunst-Aktionen im Bereich der Hertener Innenstadt. Aufgrund der zwangsweisen Unterbrechungen durch die Corona-Krise wurde es mehrfach verlängert und ist nunmehr bis Juni 2022 terminiert.

Zuletzt wurde die Innenstadt zum Wald

Federführend ist dabei der Hertener Trash-Künstler Punky (Christian Bahr). An den einzelnen Aktionen sind jeweils wechselnde Künstler beteiligt, beispielsweise der Recklinghäuser Ulle Bowski, Barb Fexe aus Bayern oder Paul aus Herten.

Von seinen Plänen hatte Punky nicht viel umsetzen können. Zuletzt inszenierte er im Februar 2020 einen temporären Innenstadtwald, der aus zahlreichen Bäumen bestand, die in große Containersäcke gepflanzt und in der Fußgängerzone verteilt wurden. Zum Abschluss wurden die Bäume am Wittkamp, auf dem Alten Friedhof sowie am Paschenberg eingepflanzt. „Das fand wegen Corona schon unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt“, erzählt der Künstler.

Lange Zeit war von den „Kulturbaustellen“-Aktionen nichts zu hören und zu sehen. „Das ist ein Projekt zur Belebung der Innenstadt. Es macht keinen Sinn, sowas durchzuführen, wenn niemand dabei sein darf“, sagt Punky. Umso mehr freut er sich, dass es endlich weitergeht.

Zusammen mit dem Recklinghäuser Künstler Ulle Bowski (links) hatte Punky im November 2019 zur ersten „Kulturbaustelle“ eingeladen.
Zusammen mit dem Recklinghäuser Künstler Ulle Bowski (links) hatte Punky im November 2019 zur ersten „Kulturbaustelle“ eingeladen. © Banu Altun © Banu Altun

Am Freitag (27.8.) wird von 11.11 Uhr bis 14.14 Uhr in bewährter Manier am Glashaus gebuddelt. Jeweils im 15-Minuten-Takt greifen unterschiedliche Gäste zur Schippe. Im Sand, der auf einem Anhänger herangekarrt wird, sind seltsame Dinge versteckt: geheimnisvolle, alte Schriften, skurrile Objekte, eine alte Flaschenpost und noch so allerlei. Moderiert und mit Geschichten angereichert wird das Ganze von Punky selbst. Zudem sind Paul, das lebende Kunstwerk, und die Mysteriöse Miriam mit von der Partie. Weitere Buddel-Gäste sind der bekannte Süderleben-Protagonist Andreas Dickel nebst Hund Bella sowie ein prominenter Überraschungsgast.

Mund-Nasen-Schutz und Abstand halten

Da es am Veranstaltungsort inmitten der Fußgängerzone Hermannstraße voll werden kann, sind Besucherinnen und Besucher aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz mitzubringen und auf ausreichend Abstand zu achten.

Bereits im Oktober planen Punky und seine Künstlerkollegen die nächste Innenstadt-Aktion unter dem Titel „Wasserpaläste in Bäumen“. Zwischen den Platanen auf dem Vorplatz der Kirche St. Antonius wird eine große Leinwand aufgehängt und live hoch oben in den Baumwipfeln bemalt.

Voraussichtlich im November gibt es die Aktion „Vernetzt“ an mehreren markanten Stellen im Innenstadtbereich, beispielsweise auf der Kranzplatte. Auch eine Bienenaktion mit der bayerischen Künstlerin Barb Fexe steht noch aus. Ein besonderes Highlight dürfte auch eine skurrile Modenschau um die Karnevalszeit herum werden, bei der die Outfits nicht vom Veranstalter vorgegeben sind.

Auch der Kulinarius soll bald weitergehen

Und dann ist da noch der Kulinarius-Markt, jener Treffpunkt mit Essen, Getränken und Musik, den Punky ersonnen und in Kooperation mit der Stadt im Glashaus veranstaltet hatte. Auch der liegt wegen der Pandemie auf Eis, soll aber bald weitergehen. „Ich denke an eine Verbindung zwischen Kulinarius und Kulturbaustelle“, sagt der Künstler. „Hoffen wir mal, dass uns Corona nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung macht.“

„Kulturbaustelle“ soll Ärger über Bauarbeiten mindern

Die „Kulturbaustelle“ hat unter anderem das Ziel, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern und über Belästigungen durch die Vielzahl von Baustellen hinwegzutrösten, die es im Rahmen des Programms „Neustart Innenstadt“ immer wieder gibt. Hinzu kommen Groß-Projekte wie der Bau des neuen Herten-Forums, der Turnhalle des Städtischen Gymnasiums, des S-Bahn-Haltepunkts oder auch der Brücke über die Feldstraße. Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Aktionsfonds des „Neustarts Innenstadt“ der Stadt Herten.

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